Devisen: Euro fällt in Richtung 1,15 Dollar und Richtung 1,13 Franken

Der Euro ist am Dienstag deutlich durch eurokritische Äusserungen aus Italien belastet worden. Im Vormittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1511 US-Dollar. Aktuell wird sie zu 1,1513 gehandelt nach 1,1377 Dollar am früheren Morgen. Der amerikanische Dollar erhielt im Gegenzug Aufwind.
02.10.2018 11:12

Auch zum Schweizer Franken fiel der Euro im Vormittagsverlauf deutlich zurück bis auf ein bisheriges Tagestief von 1,1313. Derzeit notiert er unwesentlich höher auf 1,1319 Franken. Der Dollar kostet derweil 0,9832 Franken.

Grund für die Kursverluste waren Bemerkungen von Claudio Borghi, Wirtschaftsexperte der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega. Borghi sagte im italienischen Radio, dass Italien mit einer eigenen Währung in der Lage wäre, die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Der Euro sei hingegen "nicht ausreichend", um die fiskalischen Probleme Italiens zu bewältigen.

Borghi ist ein eurokritischer Ökonom, der zurzeit dem Haushaltsausschusses in der Abgeordnetenkammer vorsitzt. Bekannt geworden ist er unter anderem mit dem von ihm propagierten Konzept sogenannter "Minibots". Das sind staatliche Schuldscheine, die die Funktion einer Parallelwährung übernehmen sollen. Von ihrer Einführung erhofft sich Borghi einen Liquiditäts- und Wachstumsschub.

Unter Druck standen am Dienstag auch zahlreiche Währungen grosser Schwellenländer. Deutlich verlor die indonesische Rupiah, die zur US-Währung auf den tiefsten Stand seit der Asienkrise 1998 fiel. Verluste mussten auch die indische Rupie und der koreanische Won hinnehmen. Die Währungen der aufstrebenden Länder leiden vor allem unter steigenden Zinsen in den USA und dem Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China.

bgf/jkr/jha/ab

(AWP)

 
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