Devisen: Euro fällt - Robuster US-Arbeitsmarkt gibt Dollar Auftrieb

Der Euro hat am Freitag nach anfänglichen Kursgewinnen deutlich nachgegeben. Robuste Zahlen vom US-Arbeitsmarkt gaben dem Dollar Auftrieb und setzten die Gemeinschaftswährung unter Druck. Der Euro gab am Nachmittag um ein halbes Prozent nach und fiel bis auf 1,1572 US-Dollar. Zuvor hatte er noch bei bis zu 1,1649 Dollar notiert.
07.09.2018 16:56

Auch zum Franken machte der "Greenback" an Boden gut, wenn auch nicht ganz so stark wie gegenüber dem Euro. Der Dollar rückte in einer ersten Reaktion nach Publikation des Arbeitsmarktberichts bis an die Marke von 0,97 Franken heran und hat sich nun im Bereich von 0,9675 Franken eingependelt. Am Morgen bezahlte man lediglich um die 0,9650 Franken. Gleichzeitig rutschte der Euro auf die Marke von 1,12 Franken ab, die kurzfristig auch unterboten wurde. Nicht auszuschliessen, dass die Euro-Schwäche die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Plan gerufen hat.

Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich im August in robuster Verfassung und gab dem Dollar Auftrieb. Die Zuwächse bei der Beschäftigung und bei den Löhnen übertrafen laut dem Arbeitsministerium die Erwartungen von Experten und die Arbeitslosenquote blieb mit 3,9 Prozent weiter niedrig. "Insgesamt ist der Arbeitsmarkt robust und spiegelt die freundliche Konjunktur wider", kommentierte Patrick Boldt, Experte bei der Landesbank Helaba. "Die US-amerikanische Notenbank dürfte demnach eine Leitzinserhöhung Ende dieses Monats beschliessen."

Besonderes Augenmerk legen die Notenbanker auf die Lohnentwicklung, weil sie ein wichtiger Einflussfaktor für die Preisentwicklung ist. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im August um 2,9 Prozent und damit so stark wie im aktuellen Konjunkturaufschwung bislang nicht. Gemessen an der niedrigen Arbeitslosenquote sei dies aber im historischen Vergleich noch immer ein geringer Lohnzuwachs, meint Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank.

Zuvor hatten bereits schwache Konjunkturdaten aus Deutschland den Euro etwas belastet. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Ausfuhren enttäuschten im Juli. Fachleute führten die Entwicklung nur zum Teil auf den von den USA ausgehenden Handelsstreit zurück. Sie verwiesen zudem auf Ferieneffekte und die Einführung eines neuen Abgastests in der Autoindustrie. tos/jsl/jha/mk/kw

(AWP)