Devisen: Euro fällt vor US-Zinsentscheid leicht zurück

Der Euro hat am Mittwoch vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend leicht nachgegeben zum US-Dollar wie auch zum Schweizer Franken. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0910 nach 1,0925 USD am Morgen bzw. 1,0808 nach 1,0832 CHF. Der Dollar geht zum Franken derweil für 0,9905 um nach 0,9914 CHF.
03.05.2017 13:12

Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum fielen zwar erneut solide aus, konnten dem Euro aber keinen entscheidenden Impuls liefern. Das Statistikamt Eurostat meldete für das erste Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,5% zum Vorquartal. Dies entsprach sowohl den Markterwartungen als auch dem Tempo im Schlussquartal 2016. "Euroland wächst auf einem breiten Fundament", kommentierte Analyst Christian Melzer von der Dekabank.

Im weiteren Handelsverlauf stehen noch Konjunkturdaten aus den USA auf dem Programm. Veröffentlicht werden Zahlen vom Arbeitsmarkt und aus dem grossen Dienstleistungssektor. Am Abend gibt dann die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung bekannt. Fachleute erwarten zwar keine Fortsetzung der geldpolitischen Wende. Mit Spannung blicken sie aber darauf, ob sich in der Erklärung zum Zinsentscheid Hinweise auf eine Zinsanhebung in naher Zukunft finden.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) geht für das Währungspaar EUR/CHF nach wie vor davon aus, dass der Franken mittelfristig zum Euro wieder steigen wird - nicht zuletzt aufgrund der weiter abnehmenden Renditedifferenz zwischen der Eurozone und der Schweiz sowie der aufgeschobenen, aber nicht gelösten Euroschuldenkrise.

Infolge der erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich sei der Euro deutlich gestiegen und auch die Spannungen im Zusammenhang mit der Atommacht Nordkorea hätten dem sonst als sicheren Hafen geltenden Franken keinen Auftrieb gegeben, so die ZKB-Experten weiter. Damit hätten sie das Niveau, nicht aber die Richtung ihrer Prognose leicht angepasst. Auf Sicht auf drei Monate prognostiziert die ZKB nun einen Eurokurs von 1,07 CHF und auf zwölf Monate einen Kurs von 1,06 CHF. Damit lege der chronisch unter Aufwärtsdruck leidende Franken also nur eine Verschnaufpause ein.

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(AWP)