Devisen: Euro fällt zu US-Dollar und Franken weiter - Trump belastet Pfund

Der Euro ist am Freitag gegenüber dem US-Dollar merklich gesunken. Im Laufe des Vormittags fiel er bis auf 1,1613 Dollar. Inzwischen steht der Euro wieder etwas höher auf aktuell 1,1626. Am früheren Morgen hatte der Euro noch rund einen halben Cent höher notiert.
13.07.2018 11:11

Auch gegenüber dem Schweizer Franken büsste der Euro weiter an Wert ein. Derzeit wird er zu 1,1666 Franken gehandelt nach 1,1686 Franken am früheren Freitagmorgen. Der US-Dollar notiert derweil wenig verändert auf 1,0034 Franken.

Händler sprachen von einer Dollar-Stärke. Er legte zu allen wichtigen Währungen zu. Nach der jüngsten Zuspitzung werden im Handelsstreit zwischen den USA und China wieder versöhnlichere Töne angestimmt. Vertreter beider Staaten haben zuletzt jeweils Gesprächsbereitschaft signalisiert. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Donnerstagabend, dass er und weitere Vertreter der US-Administration für Verhandlungen bereitstehen würden. Ähnliche Äusserungen gab es auch aus dem Handelsministerium in Peking.

Gestützt wurde der Dollar auch durch zuversichtliche Äusserungen von US-Notenbankchef Jerome Powell. Powell hatte sich am Donnerstagabend zuversichtlich über die Konjunkturentwicklung in den USA geäussert. Die Wirtschaft sei "in einer wirklich guten Lage".

"In unseren Augen bleibt die Stimmungslage am Devisenmarkt fragil", kommentierte Expertin Esther Reichelt von der Commerzbank. "Denn noch fehlen harte Fakten, die eine Entspannung an der Handelsfront rechtfertigen." Solange diese jedoch ausbleiben würden, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich der Handelskonflikt in den Wirtschaftsdaten niederschlage.

Deutlich unter Druck geraten ist das britische Pfund. In einem Interview anlässlich seines ersten Besuchs als US-Präsident in Grossbritannien hat Donald Trump die angeschlagene Premierministerin Theresa May und deren Brexit-Strategie attackiert. Trump sagte, eine zu enge Bindung an die Europäische Union nach dem Brexit würde dazu führen, dass die USA bei einem Handelsabkommen mit Grossbritannien doch wieder mit der EU verhandeln müssten. "Also wird es das Abkommen wahrscheinlich töten", fügte er mit Blick auf einen möglichen Deal Grossbritanniens mit den USA hinzu. Das Pfund fiel unter die Marke von 1,13 Euro und wurde zuletzt mit 1,1294 Euro gehandelt. Noch stärker sank das Pfund zum Dollar. jsl/jkr/fba/ab/kw

(AWP)