Devisen: Euro fällt zum Dollar auf neues Tief seit 2017 - Franken weiter fest

Der Euro ist am Donnerstag erneut unter Druck geraten. Am Mittag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0853 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2017. Bereits am Vorabend war der Euro auf einen ähnlich niedrigen Wert gefallen. Aktuell notiert er bei 1,0865 Franken wieder etwas darüber.
13.02.2020 14:23

Auch zum Franken hat der Euro weiter nachgegeben und ist im Tief bis auf 1,0619 Franken gefallen. Auf diesem Niveau hat das Paar zuletzt im Sommer 2015 notiert. Nach Ansicht der Devisenexperten von Capital Economics hat die SNB bereits am Devisenmarkt interveniert, um den anhaltenden Aufwärtsdruck beim Franken abzumildern. Der US-Dollar bewegt sich derweil mit aktuell 0,9785 Franken im Rahmen seiner jüngsten Handelsspanne.

Der Euro gilt unter Marktbeobachtern als angeschlagen. Ein Grund sind schwache Konjunkturdaten aus dem Währungsraum. Vor allem Produktionsdaten aus der Industrie hatten zuletzt stark negativ überrascht. Wegen der zusätzlichen Belastung durch die Folgen des Coronavirus sehen einige Ökonomen die Gefahr einer Rezession aufziehen. Zudem gab es zuletzt Medienberichte über eine denkbare geldpolitische Reaktion der EZB auf diese Entwicklung.

Für neuerliche Verunsicherung sorgt das Coronavirus. Sprunghaft gestiegene Infektions- und Todesfälle in China weckten Zweifel an der Fähigkeit der chinesischen Behörden, die Lage in den Griff zu bekommen. Als sicher empfundene Währungen wie auch der japanische Yen erhielten Zulauf.

Gewinne verbucht auch das britische Pfund. Nach dem überraschenden Rücktritt von Schatzkanzler Sajid Javid geriet es zwar zunächst unter Druck, legte dann aber zu. Marktteilnehmer nennen Spekulationen auf eine expansivere Ausgabenpolitik der britischen Regierung und ein mithin stärkeres Wirtschaftswachstum als Grund.

Am Nachmittag stehen neue Inflationsdaten aus den USA im Fokus. Sie haben Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Die Währungshüter sind unzufrieden mit der aus ihrer Sicht zu niedrigen Teuerung. Eine geldpolitische Reaktion wird derzeit nicht erwartet.

/bgf/jkr/jha/hr

(AWP)

 

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