Devisen: Euro fällt in Richtung 1,10 Dollar - Pfund auf Erholungskurs

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Mittwoch weitere Kursverluste hinnehmen müssen. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1013 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt Ende Juli. Auch zum Franken gab der Euro Boden preis und notierte am Mittag bei 1,0903 CHF verglichen mit 1,0921 CHF am Morgen. Wenig bewegt zum Franken zeigte sich dagegen der US-Dollar, der zeitgleich zu 0,9901 CHF nach 0,9890 CHF am Morgen gehandelt wurde. Gewinne verbuchte dagegen das britische Pfund.
12.10.2016 12:52

Kaum Einfluss auf den Frankenkurs hatten Aussagen von SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg, die er an einer Medienveranstaltung machte. Gemäss Zurbrügg soll das Instrument der Negativzinsen im Verbund mit den Interventionen am Devisenmarkt die Attraktivität des Schweizer Frankens verringern. "Wir sehen noch immer eine signifikante Überbewertung des Frankens", ergänzte der Vizepräsident.

Die Verluste des Euro führen Händler auch auf eine breit angelegte Stärke des britischen Pfund zurück. Auslöser der Entwicklung war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach hat sich die britische Premierministerin Theresa May dazu bereit erklärt, das nationale Parlament über die Bedingungen des Brexit abstimmen zu lassen.

Der Bericht dämpfte Anlegersorgen vor einem "harten" Brexit mit stark negativen Folgen für das Königreich. Zuletzt betrugen die Kursgewinne des Pfund zu Dollar und Euro mehr als ein Prozent. Die Anstiege folgen auf starke Verluste seit dem Brexit-Votum von Ende Juni, die seit Anfang Oktober an Fahrt aufgenommen haben.

Konjunkturdaten aus dem Euroraum sorgten am Devisenmarkt nicht für sichtbare Bewegung. Zahlen zur Industrieproduktion im August fielen besser aus als erwartet. Zudem war die Entwicklung im Vormonat nach revidierten Zahlen nicht ganz so schwach wie zunächst gemeldet. Die Voraussetzungen, dass das Gesamtwachstum im dritten Quartal durch die Industrie belebt werde, sind nach Einschätzung der Ökonomen von Capital Economics gut.

Im Nachmittagshandel stehen in den USA nur wenige Wirtschaftsdaten an. Am Abend richtet sich der Blick jedoch auf die amerikanische Notenbank. Sie wird ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Analysten erhoffen sich Hinweise darauf, wie wahrscheinlich eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr ist. Die Finanzmärkte positionieren sich zunehmend für einen Zinsschritt im Dezember.

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(AWP)