Devisen: Euro fällt unter 1,06 US-Dollar - Stabil über 1,06 Franken

Wegen gestiegener Erwartungen baldiger Leitzinsanhebungen in den USA ist der Euro am Dienstag unter 1,06 US-Dollar gefallen. Am Morgen erreichte die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit knapp einer Woche bei 1,0577 Dollar. Aktuell wird sie bei 1,0586 Dollar gehandelt.
21.02.2017 08:51

Der US-Dollar hat auch zum Franken etwas Boden gut gemacht und steht bei zuletzt 1,0053 CHF leicht unter seinem bisherigen Tageshoch bei 1,0062 CHF. Das EUR/CHF-Währungspaar präsentiert sich mit einem Stand von 1,0643 dagegen nahezu unverändert. Bei der Commerzbank wird in einem aktuellen Kommentar spekuliert, dass die SNB derzeit wieder verstärkt interveniere. Nachdem die Nationalbank vorübergehend eine leichte Aufwertung des Franken offenbar zugelassen hatte, sprächen die jüngsten Daten zu den Sichteinlagen wieder für verstärkte Devisenmarktinterventionen der SNB, schreiben die Experten. Die SNB wolle offenbar vermeiden, dass der Franken angesichts der zunehmenden politischen Unsicherheiten in der EU als sicherer Hafen angesehen werde.

Was das EUR/USD-Paar betrifft, habe der aktuelle Auftrieb beim Dollar den Euro im Gegenzug unter Druck gesetzt, heisst es aus dem Handel. Dies sei auf Aussagen des US-Währungshüters Patrick Harker zurückzuführen. Die Zinssitzung der Notenbank Fed im März sei als Termin für eine mögliche Zinsanhebung noch nicht vom Tisch, sagte Harker der Finanznachrichtenagentur Market News. "Wir müssen zunächst abwarten, wie sich die Dinge in den kommenden Wochen entwickeln."

Esther Reichelt, Expertin bei der Commerzbank, warnt jedoch davor, den Aussagen zu viel Gewicht beizumessen. Harker sei traditionell als "Falke" bekannt, also als Notenbanker der tendenziell für eine straffere Geldpolitik plädiert. "Seine Meinung spiegelt wohl nicht den Konsens der Fed wider."

Jüngste Entwicklungen im Poker um weitere Hilfszahlungen an Griechenland konnten den Euro unterdessen nicht nennenswert bewegen. Es gebe Einigkeit darüber, dass die Kontrolleure der internationalen Geldgeber nun nach Athen zurückkehren sollten, um an einem zusätzlichen Reformpaket zu arbeiten, teilte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Montag mit.

Im weiteren Tagesverlauf werden am Dienstag die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor in der Eurozone im Fokus der Anleger am Devisenmarkt stehen.

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(AWP)