Devisen: Euro fällt wieder unter 1,13 US-Dollar - zum Franken leicht im Plus

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Freitag zwischenzeitliche Gewinne fast vollständig abgegeben und ist wieder unter 1,13 US-Dollar gefallen. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1290 Dollar und damit nur geringfügig mehr als am Vorabend. Zwischenzeitlich hatte ein Euro bis zu 1,1308 Dollar gekostet.
26.08.2016 13:20

Zum Franken hielt sich der Euro ziemnlich stabil. Er kostet am Freitag-Mittag 1,0920 CHF und damit mehr oder weniger gleichviel wie am Vorabend, nur ganz kurzfristig war er knapp unter 1,09 gefallen. Ein Erreichen der 1,0925 CHF Marke würde dem EUR/CHF-Paar eine positivere Note verleihen und Gewinne bis in die Region von 1,0955 CHF möglich machen, schreiben die Devisenexperten der ZKB.

Der US-Dollar konnte im Verlauf des Morgens zum Franken leichte Gewinne erzielen. Er geht am Mittag bei 0,9671 CHF um nach 0,9650 am Morgen. Für ein Anahlten des Aufwärtstrends sei eine Überschreitung der 0,9710-Marke entscheidend, so das Fazit der Experten.

POSITIVE KONJUNKTURDATEN

Etwas gestützt wurde der Euro am Morgen zunächst durch positive Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich trotz jüngster Terroranschläge und des überraschenden Brexit-Votums in Grossbritannien wieder verbessert. Laut dem Marktforschungsunternehmen GfK stieg der Konsumklima-Indikator für September um 0,2 Punkte auf 10,2 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2015.

Daten zur Geldmenge und zur Kreditvergabe im Euroraum fielen durchwachsen aus. Das Wachstum der Geldmenge M3 hat sich im Juli überraschend abgeschwächt. Auch die enger gefasste Geldmenge M1, die aufgrund ihres hohen Anteils an kurzfristig verfügbaren Einlagen als guter Konjunkturindikator gilt, stieg schwächer als zuletzt. Ein besseres Bild zeigte sich bei der Kreditvergabe. Die Wachstumsrate der Kredite an Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors stieg von 1,7 Prozent im Juni auf 1,9 Prozent.

Die Anleger am Devisenmarkt schauen derzeit vor allem auf das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Am meisten Aufmerksamkeit gebührt der im Tagesverlauf anstehenden Rede der Vorsitzenden der US-Notenbank, Janet Yellen. Sie könnte Hinweise geben, ob die Fed noch in diesem Jahr ihren Leitzins weiter anhebt.

Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), glaubt jedoch nicht, dass Yellen klare Signale geben wird. "Zwar halten wir eine Erhöhung in diesem Jahr für wahrscheinlich, rechnen aber eher im Dezember damit." Bis dahin gebe es auch weitere wichtige Informationen über den Zustand der US-Volkswirtschaft.

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(AWP)