Devisen: Euro fällt zum Dollar auf 6-Wochentief - EUR/CHF seitwärts

Eine allgemeine Dollar-Stärke und gestiegene Sorgen um den Zusammenhalt der Eurozone haben den Euro am Mittwoch belastet. Im Vormittagshandel fiel die Gemeinschaftswährung erstmals seit sechs Wochen wieder unter 1,05 US-Dollar. Im Mittagshandel wird der Euro bei 1,0498 Dollar gehandelt. Zum Franken tendiert der Euro dagegen seitwärts.
22.02.2017 13:20

Ein Euro kostet am Mittag mit 1,0644 CHF gar etwas mehr als am Morgen mit 1,0636. Steigende Risiken im Euroraum würden die Chance erhöhen, dass die EZB länger expansiv bleibt oder gar nachlegen muss, schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. Damit dürfte die Suche nach sicheren Häfen weiter zunehmen, womit der Aufwärtsdruck auf den Franken wieder zunehmen dürfte. Der US-Dollar stieg zum Franken derweil auf 1,0138 CHF von 1,1114 am Morgen.

Zuletzt hatten Äusserungen mehrerer US-Notenbanker den Eindruck erweckt, die Fed könne womöglich schon bei der kommenden Sitzung im März den Leitzins anheben. Dies gab dem Dollar Auftrieb zu anderen Währungen. Im weiteren Tagesverlauf rückt das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed stärker in den Fokus, das am Abend für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen könnte.

Ein überraschender Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas im Februar konnte dem Euro am Vormittag keinen Auftrieb verleihen. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer erreichte wieder den Stand vom Dezember, als der Ifo-Index das höchste Niveau seit März 2014 erreicht hatte.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern spielen am Devisenmarkt derzeit politische Risiken in der Eurozone eine wichtige Rolle. Mit Blick auf Frankreich sehen Anleger die Gefahr, dass die Euro-Gegnerin Marine Le Pen vom Front National die Präsidentschaftswahlen gewinnen könnte.

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(AWP)