Devisen: Euro gefragt - weniger Sorge vor politischen Turbulenzen

Der Kurs des Euro ist am Dienstag zumk US-Dollar deutlich gestiegen. Nachlassende Sorgen der Anleger vor politischen Turbulenzen in der Eurozone sorgten für Auftrieb. Im frühen Mittagshandel erreichte die Gemeinschaftswährung bei 1,0813 US-Dollar den höchsten Stand seit Anfang Februar, zuletzt lag der Wert bei 1,0807.
21.03.2017 13:23

Zum Franken legte der Euro leicht zu und kostete 1,0756 nach 1,0751 CHF im frühen Handel. Der US-Dollar büsste mit 0,9956 nach zuvor 0,9971 CHF etwas an Boden ein.

Bei den französischen Präsidentschaftswahlen ist die Sorge vor einem Wahlsieg der Kandidatin des rechtspopulistischen Front National, Marine Le Pen, gedämpft worden. Aus einer Fernsehdebatten mit den fünf führenden Kandidaten am Montagabend ging Emmanuel Macron laut einer Onlineumfrage des Meinungsforschungsinstituts Elabe als Sieger hervor.

"Die Angst vor einem überraschenden Sieg Le Pens, die einmal mehr den Austritt aus dem Euro und ein Referendum über den EU-Verbleib forderte, schwindet", sagte Expertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Die ersten Reaktionen auf die Fernsehdebatte hätten den Eindruck bestärkt, "dass Macron wahrscheinlich der nächste französische Präsident werden wird", kommentierte Raphael Brun-Aguerre, Experte bei der Bank JP Morgan.

Aus Schweizer Sicht standen einige Konjunkturdaten auf der Agenda. So blieb der Aussenhandel im Februar auf Wachstumskurs. Die Uhrenexporte sanken indes weiter deutlich und es gibt noch keine Anzeichen einer Trendwende. Derweil senken die Ökonomen des Bundes ihre BIP-Prognose für 2017 leicht von 1,8% auf nun 1,6%. Insgesamt gehen sie aber weiter von einer klaren Wachstumsbeschleunigung aus.

Deutliche Kursgewinne gab es zeitgleich auch beim britischen Pfund. Nach einem überraschend starken Anstieg der Inflation in Grossbritannien stieg der Kurs im Handel mit dem Dollar bis auf 1,2474 Dollar und damit auf den höchsten Stand in diesem Monat. Im Februar hatte die Inflation bei 2,3 Prozent den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren erreicht. Dies erhöht den Druck auf die Bank of England, ihre Geldpolitik zu straffen.

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(AWP)