Devisen: Euro gegenüber Dollar leicht gestiegen - Nahezu unverändert zum Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Dienstag im frühen Handel gegenüber dem US-Dollar leicht zugelegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1335 USD gehandelt und damit etwas über dem Wert vom Montag. Derweil veränderte sich der Euro gegenüber dem Franken nur unwesentlich; am Dienstagmorgen kostet er 1,0886 nach 1,0889 CHF am Vorabend. Der US-Dollar notiert schwächer auf 0,9602 nach 0,9625 CHF.
21.06.2016 08:58

Das alles beherrschende Thema am Devisenmarkt ist das Brexit-Referendum am Donnerstag. Zuletzt hatte sich die Stimmung wieder gedreht und die Gegner eines Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) haben seither in Umfragen wieder knapp die Nase vorn. Beobachter begründeten dies unter anderem mit Reaktionen auf den Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox. Nach deutlichen Zuwächsen seit Freitag legte das britische Pfund am Dienstag zum US-Dollar leicht zu. Der Kurs lag zuletzt bei 1,4705 Dollar beziehungsweise bei 1,2975 Euro.

Des weiteren wird das Bundesverfassungsgericht am Dienstag sein Urteil zu dem umstrittenen EZB-Anleihekaufprogramm OMT ("Outright Monetary Transactions") verkünden. Während die deutschen Verfassungsrichter in der Vergangenheit ihre Bedenken zu OMT deutlich gemacht haben, sieht der Europäische Gerichtshof (EuGH) kein rechtliches Problem. Experten rechnen nun mit einer Kompromisslösung, nach der OMT bestehen bleiben dürfte.

Ausserdem werden sich die Chefs der Notenbanken in den USA und der Eurozone zu Wort melden. EZB-Chef Mario Draghi wird vor dem EU-Parlament in Brüssel sprechen. Fed-Chefin Janet Yellen meldet sich vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington zu Wort. Dirk Gojny, Analyst bei der National-Bank rechnet von Yellen allerdings nicht mit klaren Signalen. "Vermutlich wird sie versuchen, es bei einem zur Pressekonferenz nach der FOMC-Tagung erweiterten Statement zu belassen."

Ausserdem veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seine Indikatoren zu den Konjunkturerwartungen von Finanzexperten im Juni. Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), sieht das Risiko einer Stimmungseintrübung. Allerdings dürfte das Ergebnis die jüngst gedrehte Stimmung hinsichtlich des Brexit-Referendums noch nicht abbilden.

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(AWP)