Devisen: Euro gegenüber Dollar und Franken tiefer - Pfund auf Erholungskurs

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Dienstag im Vormittagsverlauf gegenüber dem US-Dollar zwischenzeitlich zwar leicht zugelegt. Händler führten dies auf eine etwas geringere Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Grossbritanniens aus der EU zurück. Zeitweise war ein Euro bis zu 1,1350 USD wert gewesen, die Gewinne konnten aber nicht gehalten werden. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1326 USD und damit etwas weniger als am Morgen mit 1,1335 USD.
21.06.2016 14:31

Das Währungspaar EUR/CHF sank im Vergleich zum Morgen auf 1,0858 nach 1,0886 CHF. Die Unterstützung bei 1,0815 erscheine zwar nach wie vor stabil, ein Unterschreiten könne den alten Abwärtstrend aber aktivieren, urteilt die ZKB aus technischer Sicht. Ein Überschreiten von 1,0925/30 könnte dagegen Schwung in Richtung 1,0985 bringen.

Der US-Dollar wird ebenfalls tiefer zu 0,9587 (0,9602) CHF gehandelt. Der Druck nach unten bleibt gemäss ZKB bestehen, solange 0,9685 nicht übersprungen werden könne. Unter 0,9575 würde sich der gegenwärtige Trend verstärken und weitere Kursverluste bis 0,9500 wären die Folge, so das Finanzinstitut.

Das alles beherrschende Thema am Devisenmarkt bleibt das britische EU-Referendum am Donnerstag. Zuletzt hatte sich die Stimmung gedreht: Die Befürworter eines Verbleibs Grossbritanniens in der Europäischen Union (EU) haben in jüngsten Umfragen wieder Rückenwind erhalten. Nicht nur der Euro, auch das britische Pfund erholten sich. Das Pfund stieg zum Dollar auf den höchsten Stand seit Anfang Januar.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das OMT-Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Auflagen durchzuwinken, fand am Devisenmarkt kaum Widerhall. Die Verfassungsrichter fanden zwar kritische Worte in Richtung des Europäischen Gerichtshofs, dem sie den Fall zur Vorabentscheidung vorgelegt hatten. Die Einwände waren aber nicht so stark, als dass den Anträgen der Beschwerdeführer stattgegeben worden wäre.

Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick der Anleger auf die Notenbankspitzen aus dem Euroraum und den USA. EZB-Chef Mario Draghi und US-Notenbankchefin Janet Yellen werden ihre regelmässig stattfindenden Anhörungen vor dem EU-Parlament beziehungsweise dem US-Kongress abhalten. Vor allem für die amerikanische Geldpolitik erhoffen sich Beobachter Hinweise auf den kurzfristigen Kurs.

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(AWP)