Devisen: Euro gegenüber Dollar wenig gefallen - Aussicht auf steigende US-Zinsen

Die Aussicht auf bald steigende US-Leitzinsen scheinen den Eurokurs im Verlaufe des Donnerstagvormittags etwas belastet zu haben. Im Mittagshandel wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,0509 USD gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch höher notiert.
02.03.2017 13:28

Das Währungspaar EUR/CHF steht im Morgenvergleich derweil ebenfalls etwas tiefer auf 1,0637 (1,0644). Die zum Jahresende 2016 schwach gewachsene Schweizer Wirtschaft bewegten die Kurse aber kaum. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2016 gegenüber dem Vorquartal um 0,1%, gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal waren es +0,6%.

Zuletzt wurde wieder etwas lauter über die Notwendigkeit einer Zinssenkung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) diskutiert. Nach Ansicht der besteht aber keine fundamentale Notwendigkeit für einen solchen Schritt. Die Inflation liege aktuell knapp über Null und damit im Zielbereich der SNB und auch das Wachstum sei zufriedenstellend.

Auch der Dollar bewegte sich gegenüber dem Franken wenig; er wird aktuell zu 1,0117 nach 1,0111 am Donnerstagmorgen gehandelt.

In der Nacht zum Donnerstag hatte in den USA auch das Direktoriumsmitglied der US-Notenbank Fed, Lael Brainard, Hinweise für eine erneute Anhebung des Leitzinses bei der nächsten Zinssitzung Mitte des Monats geliefert. Nach den jüngsten Äusserungen aus den Reihen der US-Notenbank schätzt der Devisenmarkt eine schnelle Zinserhöhung noch im März "als immer wahrscheinlicher" ein, kommentierte Expertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Die vergleichsweise leichten Kursverluste des Euro erklärte sie mit der anhaltenden Unsicherheit der Anleger mit Blick auf die Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump.

Die in der Eurozone auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegene Inflationsrate bewegte den Eurokurs nicht. Die Verbraucherpreise waren im Februar um 2,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen. Eine baldige geldpolitische Wende durch die Europäische Zentralbank (EZB) erwarten Experten jedoch nicht. "Da die inflationstreibenden Energiepreiseffekte nun auslaufen, geht es in den kommenden Monaten mit den Teuerungsraten bereits wieder bergab", erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. "Letztlich handelte es sich beim Inflationsanstieg also um ein kurzes Intermezzo."

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(AWP)