Devisen: Euro gerät erneut unter Druck

Der Euro ist am Freitag nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen erneut unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1635 US-Dollar. Am Vormittag war sie noch bis auf 1,1685 Dollar gestiegen. Der Euro liegt derzeit nur knapp über seinen Tagestiefs vom Vortag, als er auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen war.
25.09.2020 14:11

Auch zum Schweizer Franken macht der Dollar weiter Boden gut. Mit aktuell 0,9284 Franken tastet er sich an die Marke von 93 Rappen heran. Der Euro hält sich mit 1,0803 nur noch knapp über der Marke von 1,08 Franken.

Die Sorgen angesichts der weiteren Entwicklung der Corona-Krise belasteten die Gemeinschaftswährung. In wichtigen Ländern der Eurozone wie Frankreich und Spanien steigen die Neuinfektionen deutlich. Zudem fürchtet man eine Verschärfung der Lage in den kühleren Wintermonaten. Die Verunsicherung zeigte sich auch an den Kursverlusten an den Aktienmärkten. Es profitiert erneut die Weltleitwährung US-Dollar. Auch der in Krisenzeiten oft gesuchte japanische Yen legte auf breiter Front zu.

Unterdessen hat der Präsident der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, seine Sympathien für ein abgeändertes Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erkennen gegeben. Der bisherige Zielwert sollte in einem "symmetrischen" Sinn verstanden werden, sagte der Franzose. Bisher strebt die EZB auf mittlere Sicht ein Ziel von knapp zwei Prozent an. Die EZB verfehlt dieses Ziel jedoch schon seit längerem. Eine Änderung könnte zu einer längerfristig noch lockereren Geldpolitik führen. Diese könnte tendenziell auch den Eurokurs schwächen.

/jsl/bgf/stk/ra

(AWP)

 
Aktuell+/-%
EUR/USD1.1831-0.26%
EUR/USD1.1831-0.26%