Devisen: Euro gibt etwas nach - Auch Franken büsst zum Dollar an Wert ein

Der Euro ist am Freitag etwas von seinem am Donnerstag erreichten 13-monatigen Höchststand zurückgefallen. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1402 USD. Am Vortag war sie bis auf 1,1445 USD und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2016 gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1413 (Mittwoch: 1,1375) Dollar festgesetzt.
30.06.2017 13:08

Auch der Schweizer Franken hat sich zum Dollar leicht abgeschwächt. Derzeit kostet der "Greenback" 0,9589 CHF, nachdem der Kurs im frühen Geschäft noch bei 0,9565 CHF lag. Damit setzt sich die USD/CHF-Währungsrelation von dem heute gesetzten Jahrestiefst bei 0,9553 CHF ab. Zu Beginn des heute zu Ende gehenden zweiten Quartals kostete ein Dollar noch gut einen Franken.

Der Euro geht am Freitag derzeit wenig verändert zu 1,0933 CHF um. Die Gemeinschaftswährung hat sich während des zweiten Jahresviertels jedoch deutlich verteuert. Schliesslich lag der Kurs Anfang April noch unterhalb der Marke von 1,07.

Händler führten die Kursverluste des Euro am Berichtstag vor allem auf den etwas festeren US-Dollar zurück. Nachdem die US-Währung in den vergangenen Tagen erheblich unter Druck geraten war, war am Markt von einer Gegenbewegung die Rede. Auslöser der Euro-Stärke und der Dollar-Schwäche waren Bemerkungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die als Hinweis auf eine weniger lockere Geldpolitik verstanden wurden.

Inflationsdaten aus der Eurozone fielen etwas höher als erwartet aus. Unter Experten fand die Kerninflation besondere Beachtung, weil sie relativ deutlich anstieg. Die schwache Kernteuerung ohne Energie und Lebensmittel wird von Draghi oft als Grund für eine anhaltend lockere Geldpolitik genannt. Legt sie nachhaltig zu, dürfte dies die Neigung der EZB erhöhen, ihre Geldpolitik etwas weniger locker auszugestalten.

Im Nachmittagshandel stehen einige Konjunkturdaten aus den USA an. Besondere Beachtung dürfte dem von der US-Notenbank Fed bevorzugten Inflationsmass zukommen, dem PCE-Deflator. Es wird ein abermaliger Rückgang erwartet, was die ohnehin zurückhaltenden Zinserwartungen an die Fed weiter verringern könnte.

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(AWP)