Devisen: Euro gibt Gewinne wieder ab - Sorgen um Frankreich belasten

Der Euro hat am Freitag anfängliche Gewinne wieder abgegeben und ist gefallen. Am Nachmittag lag die Gemeinschaftswährung bei 1,0739 US-Dollar und damit unter dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0737 (Donnerstag: 1,0726) Dollar fest.
17.03.2017 17:00

Der Franken bewegt sich per Saldo in etwa mit dem Euro. EUR/CHF notiert am frühen Abend bei 1,0720 und damit praktisch gleich hoch wie am Vorabend. Gegenüber dem Mittag (1,0696) hat das Währungspaar allerdings etwas zugelegt. USD/CHF notiert derweil bei 0,9982 nach 0,9963 am Mittag bzw. am Morgen.

Seit dem Mittag hätten verbesserte Umfragewerte für die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen (Front National) für Druck auf den Euro gesorgt, hiess es aus dem Handel. Das Meinungsforschungsinstitut "Opinion Way" sieht Le Pen im derzeit wahrscheinlichsten Fall einer Stichwahl zwischen ihr und dem liberalen Politiker Emmanuel Macron bei 41 Prozent. Zuletzt war es noch ein Prozentpunkt weniger gewesen. Le Pen fordert den Austritt Frankreichs aus dem Euroraum.

Zuvor hatte der Euro seit dem Vorabend Auftrieb erhalten, nachdem Aussagen des EZB-Ratsmitglieds Ewald Nowotny die Möglichkeit von Zinsanhebungen schon vor Beendigung des milliardenschweren Wertpapierkaufprogramms der Notenbank ins Gespräch gebracht hatten. Es müsse diskutiert werden, ob sich das Modell der US-Notenbank Fed beim Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik "eins zu eins auf Europa übertragen lässt", sagte der Chef der österreichischen Notenbank in einem Interview mit dem "Handelsblatt". In den USA wurden die Zinsen erst erhöht, nachdem das Anleihekaufprogramm beendet worden war.

Nowotny betonte, dass die EZB nicht alle Zinsen gleichzeitig und im selben Umfang erhöhen müsse. "Die EZB könnte auch den Einlagenzins früher erhöhen als den Leitzins." Einige Experten interpretierten Nowotnys Aussagen dahingehend, dass eine Anhebung des Einlagensatzes schon vor Beendigung der Wertpapierkäufe zur Diskussion stehe.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet gab diesen Spekulationen jedoch einen Dämpfer. Er könne nur die EZB-Stellungnahme im Anschluss an die jüngste Zinsentscheidung wiederholen, "die sehr klar bezüglich des Ablaufs sei und eine starke logische Basis habe", sagte Praet der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dort heisst es: "Wir gehen weiterhin davon aus, dass sie (die Leitzinsen) für längere Zeit und weit über den Zeithorizont unserer Wertpapierkäufe hinaus auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86868 (0,86810) GBP und 121,49 (121,55) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1229,60 (1229,35) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 36 869,00 (36 968) Euro./tos/jsl/das

(AWP)