Devisen: Euro gibt leicht nach - Pfund unter Druck

Der Euro hat sich am Dienstag in einem ruhigen Umfeld zum US-Dollar und Schweizer Franken leicht nachgegeben. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1154 USD und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Auch zum Franken gab der Euro leicht nach und fiel auf 1,0862 nach zuvor 1,0878 CHF zurück. Der Dollar gab minimal auf 0,9739 nach 0,9745 CHF im frühen Geschäft nach.
20.06.2017 12:53

Während das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) seine BIP-Prognose leicht auf +1,4% von zuvor +1,6% senkte, hielten die Experten der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich für das laufende Jahr an ihren Erwartungen von +1,5% fest. Derweil betonte SNB-Präsident Thomas Jordan am "Swiss International Finance Forum" in Bern erneut, dass die aktuelle Geldpolitik angemessen und nötig sei. Der Franken sei weiterhin deutlich zu hoch bewertet.

Starke Impulse für den Handel zwischen Euro und Dollar blieben im Vormittagshandel weitgehend aus. Auffällig war dagegen das britische Pfund, das sowohl zum Dollar als auch zum Euro unter Druck stand. Auslöser waren Äusserungen des britischen Notenbankchefs Mark Carney. Er hatte Spekulationen auf eine bevorstehende Zinsanhebung eine klare Absage erteilt. Die erhöhte Inflation hatte zuletzt mehrere britische Notenbanker dazu bewogen, eine unmittelbare Leitzinsanhebung zu fordern.

Im Nachmittagshandel stehen keine nennenswerten US-Konjunkturdaten an. Allerdings werden sich zwei ranghohe amerikanische Zentralbanker zu Wort melden. Wie die Commerzbank in einer Tagesvorschau schreibt, kommt Wortmeldungen aus den Reihen der US-Notenbank derzeit eine hohe Bedeutung zu. Grund ist, dass die Zinserwartungen an den Märkten wesentlich verhaltener sind als die Zinsprognosen der Notenbank. Früher oder später wird sich also eine Seite der anderen annähern müssen.

/bgf/jsl/das/dm

(AWP)