Devisen: Euro gibt leicht nach zu Dollar und Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Kurs des Euro hat am Montag nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung konnte deutliche Kursverluste vom vergangenen Freitag nach Aussagen führender US-Notenbanker auf der Tagung im amerikanischen Jackson Hole nicht wettmachen. Am Mittag wurde der Euro bei 1,1172 US-Dollar gehandelt und damit unter dem Niveau vom Freitagabend. Auch zum Schweizer Franken gab der Euro nach und kostet am Mittag 1,0936 CHF verglichen mit 1,0945 am Freitagabend. Zeitgleich notiert der US-Dollar auf 0,9788 CHF und legt damit gegenüber dem Vorwochenschluss geringfügig.
29.08.2016 13:45

Die Geldpolitik in den USA ist weiter das alles beherrschende Thema am Devisenmarkt. Am Wochenende wurde auf der stark beachteten Notenbanktagung im amerikanischen Jackson Hole klar, dass die Währungshüter die amerikanische Wirtschaft weiter im Aufschwung sehen. Nach Aussagen der Präsidentin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, wurde die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung im laufenden Jahr höher eingeschätzt.

Dies hatte den Dollar zeitweise kräftig nach oben getrieben und den Euro im Gegenzug belastet. Es gibt aber nach wie vor keine klaren Hinweise auf den Zeitpunkt für die Fortsetzung der Zinswende in den USA. Da die US-Notenbank den Markt in den letzten Jahren dauerhaft an der Nase herumgeführt habe, bleibe er skeptisch eingestellt, schreibt Ulrich Leuchten von der Commerzbank. Eine Zinserhöhung bis Ende diesen Jahres, zwei bis Ende nächsten Jahres sei momentan eingepreist. Damit sei eine gewisse Stärke des US-Dollar gerechtfertigt, viel aber nicht, schreibt der Experte weiter.

In der Schweiz ist hingegen kein Ende der Negativzinsen in Sicht. Die Zinsen dürften wegen des internationalen Umfeldes "noch eine Weile" unter Null bleiben, erklärte das Direktionsmitglied Andréa Maechler am Wochenende in einem Zeitungsinterview. Die SNB habe derzeit "kaum Spielraum, die Zinsen zu erhöhen", so Maechler. Eine deutliche Absage erteilte sie hingegen dem Helikoptergeld sowie der Abschaffung des Bargeldes.

Schlechte Signale von der italienischen Wirtschaft belasteten am Montag den Euro zusätzlich. Die Stimmung in den italienischen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes hat sich im August überraschend stark eingetrübt und ist so schlecht wie seit Februar 2015 nicht mehr. Ausserdem hat sich die Konsumlaune der Italiener überraschend deutlich verschlechtert.

Am Nachmittag könnten noch Daten zu den Konsumausgaben und zur Preisentwicklung in den USA für Bewegung am Devisenmarkt sorgen.

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(AWP)