Devisen: Euro gibt nach - Auch Franken verliert zum Dollar

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch nach einer erneuten Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China gesunken. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1717 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend.
11.07.2018 13:27

Auch der Schweizer Franken hat zum Dollar an Terrain eingebüsst. Der "Greenback" geht derzeit zu 0,9941 Franken um, nachdem er im frühen Geschäft in Richtung der Schwelle von 0,99 Franken tendierte. Ein Euro kostet 1,1648 Franken nach tieferen 1,1633 Franken am Morgen.

Der Dollarstärke neigt auf breiter Front gegenüber den anderen wichtigsten Währungen der Welt zu Stärke. In der Nacht war bekannt geworden, dass die USA eine weitere Liste mit möglichen Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar vorgelegt haben. Für den Fall des Inkrafttretens der neuen Zölle hat die Regierung in Peking Gegenmassnahmen angekündigt.

"Die Trump-Administration lässt es eindeutig auf einen Handelskrieg ankommen", kommentierte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Die Auswirkungen der Lage auf den Devisenmarkt seien schwer abzuschätzen. Einerseits würde eine Schwächung der US-Wirtschaft für einen vorsichtigen Kurs der US-Notenbank Fed hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen und damit für einen schwächeren Dollar sprechen. Andererseits lasse der inflationäre Effekt der Importzölle höhere Zinsen erwarten, die den Dollar stärken würden.

Im Tagesverlauf gibt es nur wenige Konjunkturdaten, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Erst am Nachmittag könnten Preisdaten aus den USA für neue Impulse sorgen. Auf dem Programm stehen Kennzahlen zur Entwicklung der Erzeugerpreise.

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(AWP)