Devisen: Euro gibt nach - Pfund stark unter Druck

Der Kurs des Euro hat am Montag nachgegeben. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0595 US-Dollar gehandelt und damit circa einen halben Cent unter dem Niveau vom Freitagabend.
16.01.2017 13:21

Ein ähnliches Bild zeigt das Währungspaar EUR/CHF. Ein Euro kostet derzeit 1,0724 CHF nach 1,0739 am Freitagabend. Nachdem der Euro vor einigen Wochen die Unterstützung um 1,08 nach unten durchschritten habe, ergebe sich aus charttechnischer Sicht ein mittelfristiger Abwärtstrend, heisst es im devisentechnischen Kommentar der ZKB. Der US-Dollar wird derweil mit 1,0120 CHF wieder oberhalb der Marke von 1,01 gehandelt.

Am Devisenmarkt sind starke Verluste beim britischen Pfund das alles beherrschende Thema. Wegen Furcht vor den Folgen einer harten Haltung der Londoner Regierung beim Thema Brexit geriet der Kurs erneut stark unter Druck. In der Nacht zum Montag sackte die britische Währung erstmals seit Oktober wieder unter die Marke von 1,20 US-Dollar. Zuletzt lag der Kurs bei 1,2067 Dollar. Seit dem Brexit-Votum der Briten vom vergangenen Juni hat das Pfund etwa 20 Prozent an Wert eingebüsst.

Schwächer als in der Nacht auf Montag war das Pfund zuletzt im Oktober - allerdings nur kurzzeitig. Die Währung stürzte damals innerhalb weniger Minuten um mehr als sechs Prozent ab. Dieser sogenannte "Flash-Crash" war durch automatisierte Handelsprogramme bei einem vergleichsweise geringen Handelsvolumen ausgelöst worden. Sieht man von diesem kurzzeitigen Absturz ab, ist das Pfund zum Wochenbeginn so schwach wie seit über 30 Jahren nicht mehr.

Als Auslöser für die jüngste Pfund-Schwäche gelten Medienberichte vom Wochenende, die auf einen harten Brexit hindeuten. Die britische Regierung strebe unter anderem einen Austritt aus der EU-Zollunion an, um bilaterale Handelsverträge schliessen zu können, hiess es dort. Eine Regierungssprecherin bezeichnete dies jedoch als Spekulation. Für Dienstag ist eine mit Spannung erwartete Grundsatzrede der Premierministerin Theresa May angekündigt. An den Finanzmärkten gehen Anleger davon aus, dass May dann die offizielle Haltung der Regierung zu den Brexit-Verhandlungen darlegen wird.

tos/jkr/stw/an/cf

(AWP)