Devisen: Euro gibt nach - US-Steuerreform wird wahrscheinlicher

Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Der US-Dollar legte zu allen wichtigen Währungen zu, da eine geplante Steuerreform der amerikanischen Regierung wahrscheinlicher wird. Die Gemeinschaftswährung wurde am Mittag bei 1,1802 US-Dollar gehandelt, nachdem sie in der Nacht noch zeitweise 1,1858 Dollar gekostet hatte.
20.10.2017 13:00

Auch zum Schweizer Franken macht der US-Dollar an Boden gut. Am Freitag-Mittag kostet die US-Währung 0,9827 CHF. Der Euro legte gegenüber dem Franken ebenfalls etwas zu und steht knapp unter der Marke von 1,16 CHF. Am Mittag geht die Gemeinschaftswährung bei 1,1597 CHF um.

Im Vormittagshandel weitete der Euro seine Verluste zur US-Dollar aus der Nacht aus und fiel zwischenzeitlich gar unter 1,18 Dollar. "Der Markt preist ein, dass der Senat in Washington einen wichtigen Schritt in Richtung der US-Steuerreform unternommen hat", schreibt Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank in einem Kommentar. "Die Gefahr, dass wieder Links- und Rechtsabweichler unter den republikanischen Senatoren gemeinsam ein Gesetzesvorhaben kippen, hat sich vorerst nicht realisiert." Allerdings stehe die inhaltliche Auseinandersetzung noch aus.

Langfristig wichtiger für den Dollar dürfte jedoch sein, wer neuer Vorsitzender der US-Notenbank Fed wird. Das Direktoriumsmitglied der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, und der renommierte Ökonom John Taylor haben nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die besten Aussichten auf den Chefposten.

Der Devisenmarkt sei nach der Nachricht aber nicht klüger als zuvor, da die Kandidaten vollständig unterschiedliche Konzepte vertreten würden, so Leuchtmann. Powell stehe für die Fortsetzung der bisherigen "aktivistischen" Geldpolitik und Taylor für eine regelgebundene Politik. Eine Ernennung von Powell würde laut Leuchtmann den Dollar belasten und eine von Taylor die US-Währung stützen.

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(AWP)