Devisen: Euro gibt spürbar nach

Der Euro hat am Donnerstag gegenüber den wichtigsten Währungen nachgegeben. Händler nannten Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi als Grund. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1347 US-Dollar und damit gut einen halben Cent weniger als im Tageshoch.
13.12.2018 17:08

Zum Schweizer Franken notierte der Euro am späten Nachmittag bei 1,1274 Franken, nachdem die Gemeinschaftswährung am Vormittag teilweise noch leicht über 1,13 Franken gehandelt wurde. Der US-Dollar verteuerte sich zur Schweizer Währung im Tagesverlauf etwas, am Abend hatte er sich mit 0,9936 Franken wieder klarer von der Grenze von 99 Rappen abgesetzt.

Positive Nachrichten aus Italien gaben dem Euro zunächst Auftrieb. Die italienische Regierung bewegte sich im Haushaltsstreit etwas auf die EU-Kommission zu. Die für 2019 vorgeschlagene Neuverschuldung von gut zwei Prozent geht der EU-Kommission aber nicht weit genug. Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sprach lediglich von einem Schritt in die richtige Richtung. Man sei aber noch nicht am Ziel.

Für Belastung sorgte am Nachmittag EZB-Chef Draghi. Nach der Zinssitzung der Notenbank zeigte sich Draghi vor der Presse etwas weniger zuversichtlich für die Konjunktur im Euroraum. Dies spricht für eine anhaltend lockere Geldpolitik mit rekordniedrigen Zinsen. Zwar will die EZB ab 2019 kein zusätzliches Geld mehr in die Hand nehmen, um mit Wertpapierkäufen die Wirtschaft zu stützen. Fällig werdende Wertpapiere sollen aber ersetzt werden, so dass die geldpolitische Stützung der Notenbank hoch bleibt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89848 (0,90135) britische Pfund, 129,06 (128,67) japanische Yen und 1,1287 (1,1286) Schweizer Franken fest.

/bgf/jsl/fba/tp

(AWP)