Devisen: Euro gibt zu Dollar und Franken deutlich nach

Der Euro ist am Dienstag nach anfänglichen Gewinnen unter Druck geraten. Im Vormittagshandel rutschte die Gemeinschaftswährung immer tiefer ab und erreichte gegen Mittag bei 1,1435 Dollar den niedrigsten Stand seit August. Am Morgen war der Euro noch zeitweise über 1,15 Dollar gehandelt worden.
09.10.2018 13:57

Ähnlich ist der bisherige Verlauf zwischen Euro und Franken. Nachdem die Gemeinschaftwährung am Vormittag noch bis zu 1,1416 Franken gekostet hat, steht sie bei aktuell mit 1,1374 nur knapp über dem bisherigen Tagestief. Der US-Dollar zieht zeitgleich zum Franken leicht an auf 0,9945.

Erneut gibt es kräftige Verluste bei italienischen Staatsanleihen und damit verbundene Sorgen über die weitere Entwicklung des Eurolandes. Bereits am Montag war der Euro nach einer herben Kritik des italienischen Innenministers Matteo Salvini an der EU-Kommission unter Druck geraten.

Am Dienstag hatte der italienische Finanzminister Giovanni Tria den Risikoaufschlag der italienischen Rendite zur deutschen Rendite (Spread) als nicht akzeptabel bezeichnet. Die Regierung sei "besorgt" wegen des Anstiegs. Er forderte seine Regierungsmitglieder auf, zu einer sachlicheren Debatte im Haushaltsstreit mit der EU-Kommission auf.

Nach Einschätzung der Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank spiegelt der jüngste Anstieg der Renditen für italienische Staatsanleihen in erster Linie die Skepsis der Anleger gegenüber der Haushaltspolitik der Regierung in Rom wider. Solange diese Skepsis aber auf italienische Papiere beschränkt bleibe, rechnet sie aber nicht mit starken Verlusten beim Euro.

"Da internationalen Investoren innerhalb des Euroraums genügend attraktive Alternativen zu italienischen Anleihen zur Verfügung stehen, besteht kein Grund, Kapital aus dem Euroraum abzuziehen, solange Investoren die Stabilität des Euroraums nicht grundsätzlich in Gefahr sehen", sagte Expertin Reichelt.

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(AWP)