Devisen: Euro gibt zu Dollar und Franken nach

Der Euro ist am Montag gefallen. Am Mittag wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0740 US-Dollar gehandelt und damit klar tiefer als am Freitagabend (1,0796). Auch der Franken büsst zum US-Dollar etwas an Wert ein, USD/CHF notiert aktuell bei 0,9943 CHF nach 0,9909 am Freitagabend.
06.02.2017 13:33

EUR/CHF notiert derweil mit 1,0681 CHF wieder klar unterhalb der 1,07er Marke. Wie die Experten bei Capital Economics in einem aktuellen Kommentar schreiben, hat die SNB zuletzt leichte Aufwertungen des Frankens zum Euro zugelassen. Damit werde auch ein insgesamt freundlicheres wirtschaftliches Umfeld widergespiegelt. Allerdings dürfte die SNB im weiteren Jahresverlauf wieder auf ihre Devisenmarktinterventionen zurückgreifen, denn der Aufwertungsdruck auf den Franken dürfte wegen politischer Unsicherheiten in der Euro-Zone deutlich zunehmen, heisst es weiter.

SNB-Präsident Thomas Jordan hat derweil in einem Zeitungsinterview seine Währungspolitik verteidigt. Ohne Negativzinsen von aktuell minus 0,75% könnte der Franken noch stärker aufwerten, er der "Süddeutschen Zeitung". "Für uns sind die Negativzinsen im Moment unverzichtbar, um zumindest teilweise die historische Zinsdifferenz zum Euro und anderen Währungen zu erhalten", sagte er.

Dass sich der Euro zum Wochenstart etwas schwächer zeigt, erklären Marktbeobachter mit Aussagen der Spitzenkandidatin des Front National, Marie Le Pen. Diese hatte am Wochenende den Wahlkampf um das französische Präsidentenamt mit einer radikalen Rede gestartet und den Austritt Frankreichs aus der Eurozone angedeutet.

Deutlich besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland konnten dem Euro in diesem Umfeld keinen Auftrieb geben. Im Dezember war der Auftragseingang in der deutschen Industrie unerwartet stark um 5,2 Prozent im Monatsvergleich gestiegen. Unterdessen hat die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump die Anlegerstimmung im Euroraum im Februar belastet. Wie das Beratungsunternehmen Sentix mitteilte, sank das von ihm erhobene Konjunkturbarometer um 0,8 Punkte auf 17,4 Punkte.

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(AWP)