Devisen: Euro gibt zu Dollar und Franken nach - Gold auf Zehnmonatshoch

Der Euro hat am Dienstag im Mittagshandel spürbar nachgegeben. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1280 US-Dollar und damit knapp einen halben Cent weniger als im Tageshoch. Auch gegenüber dem Franken machte der Greenback Boden gut und kostete 1,0060 Franken. Der Euro schwächte sich zum Franken dagegen auf 1,1347 Franken ab.
19.02.2019 13:49

Händler nannten zwei Gründe für die Euro-Schwäche. Zum einen verwiesen sie auf den stärkeren Dollar, der im Gegenzug den Euro belastet habe. Zum anderen wurden schwache Konjunkturdaten aus der italienischen Industrie als Belastung genannt. Die Auftragseingänge und Umsätze der Branche sind im Dezember stark gefallen. Die ohnehin bestehenden Sorgen um die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone wurden dadurch noch verstärkt.

Federn lassen musste auch der japanische Yen. Marktteilnehmer begründeten dies mit Aussagen von Notenbankchef Haruhiko Kuroda. Gefragt nach der Reaktion der Notenbank im Falle eines weiter steigenden Yen sagte Kuroda vor dem japanischen Parlament, die Zentralbank würde in diesem Fall eine Lockerung der Geldpolitik erwägen, soweit der steigende Yen Inflation und Wachstum beeinträchtige. Der Yen verlor nach der Äusserung etwas an Wert.

Wesentlich stärker unter Druck stand die schwedische Krone. Die Inflation in Schweden hat sich im Januar unerwartet abgeschwächt. Zuletzt hatte die Notenbank noch eine weitere Leitzinserhöhung im zweiten Halbjahr in Aussicht gestellt. Diese dürfte jetzt auch angesichts der schwächelnden Konjunktur zunehmend in Frage gestellt werden. Im vergangenen Dezember hatte die Reichsbank erstmals seit über sieben Jahren die Zinsen angehoben.

Gefragt war zudem Gold. Der Preis für eine Feinunze stieg auf 1330 Dollar - der höchste Stand seit vergangenem April. Rohstoffexperten der Commerzbank erklärten den Anstieg des Goldpreises unter anderem mit der wachsenden Sorge vor einem ungeregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU. "Da die Zeit verrinnt, wird ein ungeordneter Brexit immer wahrscheinlicher", hiess es in einem Kommentar. Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte das gelbe Edelmetall wegen der "zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten" auch weiter gut nachgefragt sein.

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(AWP)