Devisen: Euro gibt zu US-Dollar und Franken nach

Der Euro ist am Freitag gegenüber dem US-Dollar und Franken gefallen. Am Mittag wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1288 US-Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent tiefer als am Vorabend.
14.12.2018 13:53

Zum Franken ist der Euro seit dem Morgen ebenfalls etwas deutlicher auf 1,1258 Franken zurückgekommen. Im Gegenzug hat sich der US-Dollar auf 0,9973 Franken erholt. Die Devisenexperten von Morgan Stanley betonen in einem aktuellen Kommentar, dass sie derzeit dem Franken gegenüber eher neutral blieben. Sie begründen dies vor allem mit dem Brexit und dass die Unsicherheit über den weiteren Verlauf zuletzt immer wieder für Zulauf im Franken gesorgt habe. Vor diesem Hintergrund sei es durchaus denkbar, dass auch das Euro/Franken-Paar sein September-Tief von 1,1180 nochmals testen könnte.

Auf Datenseite ist der vom Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren gefallen. In den beiden grössten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, trübten sich die Indikatoren durchweg ein. In Frankreich fielen sie sogar unter die Grenze von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Markit führt diese Entwicklung auch auf die Proteste der "Gelbwesten" zurück.

Die andauernde Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Austritt Grossbritanniens aus der EU belastet das britische Pfund. Am frühen Nachmittag fällt es auf ein Tagestief von 1,2554 US-Dollar. Zum Franken präsentiert es sich ebenfalls schwach und kostet mit aktuell 1,2533 Franken nur knapp mehr als im bisherigen Tagestief. Ergebnisse des EU-Gipfels in Brüssel wurden in London negativ aufgenommen. Britische Kommentatoren sprechen von Demütigung und einem "vernichtenden Schlag" gegen Premierministerin Theresa May. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker kündigt an, dass die EU-Kommission am Mittwoch die Vorbereitungen für ein No-Deal-Szenario präsentieren werde.

Am Nachmittag werden zudem Daten zur Industrieproduktion in den USA veröffentlicht, die für neue Impulse im Handel mit dem Euro sorgen könnten.

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(AWP)