Devisen: Euro gibt zum Dollar leicht nach - EUR/CHF weiter über 1,09

Der Euro hat am Dienstag zum US-Dollar leicht nachgegeben. Am Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,0900 US-Dollar und damit etwas weniger als am Morgen. Nach der Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Präsidenten war der Euro kurzzeitig auf mehr als 1,10 Dollar gestiegen, die Gewinne konnten aber nicht gehalten werden. Gegenüber dem Franken hat der Euro die Marke dagegen von 1,09 verteidigt.
09.05.2017 13:36

Am Mittag wird der Euro zu 1,0923 CHF nach 1,0908 am Morgen gehandelt. Gemäss einer Einschätzung der ZKB wird der Euro in den nächsten Wochen sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch gegenüber dem Franken sich wieder leicht abwerten. Die Konjunktur der Eurozone sei zurzeit zwar mit viel Schwung unterwegs, allerdings dürfte die EZB im Sommer 2018 mit dem Tapering beginnen, womit die im Markt eingepreisten Zinserhöhungserwartungen sich als zu hoch erweisen könnte, schreibt die Staatsbank in einem Kommentar.

Der US-Dollar stieg derweil am Dienstag zum Franken wieder über die Parität und kostet derzeit 1,0023 CHF.

Am Dienstag stehen nur wenige Konjunkturdaten an, die die Devisenkurse bewegen könnten. In den USA melden sich jedoch einige ranghohe Notenbanker zu Wort. Aktuell gehen die Anleger an den Finanzmärkten mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die US-Zentralbank ihren Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung im Juni weiter erhöhen wird. Will die Fed andere Signale senden, dürfte sie dies mit deutlichem Abstand vor der Zinssitzung tun, um abrupte Marktbewegungen zu vermeiden.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es beim australischen Dollar, der zwischenzeitlich um bis zu 0,8 Prozent nachgab und auf den schwächsten Stand seit Mitte Januar gefallen ist. Darauf folgte eine leichte Erholung. Nach Zahlen vom Dienstag sind die australischen Einzelhandelsumsätze im März überraschend gesunken.

Ausserdem hat die australische Regierung ihre Budgetplanung für das Haushaltsjahr 2017/2018 veröffentlicht. Demnach wird mit einem Defizit von 29,4 Milliarden australischen Dollar (19,9 Milliarden Euro) gerechnet. Die Regierung will mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm der Wirtschaft neuen Schwung geben. "Stärkere Fiskalausgaben stützen zwar die Wirtschaft, könnten aber auch das AAA-Rating Australiens gefährden", kommentierte Esther Reichelt, Expertin bei der Commerzbank. "Vorerst halten wir das Erholungspotenzial beim australischen Dollar deshalb für begrenzt."

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(AWP)