Devisen: Euro gibt zum Dollar nach - Behauptet zum Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung wird aktuell bei 1,1166 US-Dollar gehandelt und damit unter dem Kurs vom Montag.
04.10.2016 13:35

Zum Franken kann sich die Gemeinschaftswährung bei einem Stand von 1,0947 CHF hingegen am Dienstagmittag gut behaupten. Bei der deutschen Commerzbank wird die aktuelle Stabilität des EUR/CHF-Währungspaars mit einer erhöhten Aktivität der SNB erklärt. Immerhin hätten zuletzt Themen wie eine wieder aufkeimende Brexit-Angst eher für einen stärkeren Franken gesprochen. Der US-Dollar macht derweil auch gegenüber dem Franken Boden gut und notiert aktuell bei 0,9802 CHF, nachdem es am Vorabend noch 0,9728 waren.

Ein auf breiter Front starker Dollar setzt den Euro am Dienstag weiter unter Druck. Positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten hatten den Dollarkurs bereits seit Montagnachmittag beflügelt. Der Einkaufsmanagerindex ISM für die US-Industrie hat deutlicher als erwartet Wachstum signalisiert. In den vergangenen Monaten hatte die Industrie geschwächelt. "Robuste US-Konjunkturzahlen und steigende Zinsfantasien haben dem Euro wieder zugesetzt", schreibt Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gibt es auch beim britischen Pfund. Zunehmende Sorgen wegen eines möglichen "harten" Brexit lasteten auf der Währung, die sowohl im Verhältnis zum US-Dollar als auch zum Euro am Dienstag noch schwächer war als unmittelbar nach dem Brexit-Votum. Dabei fiel sie auf den tiefsten Stand seit 1985. Auch zum Franken notiert das Pfund noch unter den Kursen, die direkt nach dem Brexit markiert wurden.

Hauptgrund für die Verunsicherung ist eine Rede der britischen Premierministern Theresa May vom Sonntag, die Spekulationen befeuerte, die britische Regierung werde im Zuge der Brexit-Verhandlungen Abstriche beim Zugang zum Binnenmarkt der EU-Staaten hinnehmen, um sich im Gegenzug Autonomie bei Einwanderungsfragen zu sichern.

Am Dienstag könnten noch Äusserungen von Peter Praet von der EZB sowie von US-Notenbanker Jeffrey Lacker für Bewegung am Devisenmarkt sorgen.

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(AWP)