Devisen: Euro gibt zum Dollar nach - Stabil zum Franken nach SNB

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar spürbar nachgegeben. Gegen Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1218 USD und damit gut einen halben Cent weniger als am Morgen.
16.06.2016 12:49

Zum Franken bewegt sich der Euro dagegen kaum und verharrt bei 1,0817 CHF in etwa auf seinem Niveau aus dem frühen Handel. Die Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank SNB an diesem Morgen hatte auf das EUR/CHF-Paar keinen grossen Einfluss. Ökonomen zeigten sich von der bestätigten Geldpolitik auch nicht weiter überrascht. Vielmehr richte sich auch bei der SNB die Aufmerksamkeit auf das Referendum in Grossbritannien in der kommenden Woche. Hierzu machten die Währungshüter deutlich, dass sie bei Bedarf handeln werden.

Der Dollar legt bis zum Donnerstagmittag zu vielen Währungen - mit Ausnahme des Yen - deutlich zu. So auch zum Franken. Aktuell geht er zu 0,9645 CHF um, nachdem es am Morgen noch 0,9590 CHF waren.

Am Markt wurde die neuerliche Dollarstärke vor allem mit der schlechten Börsenstimmung erklärt. Dies habe Anleger veranlasst, in die Weltreservewährung US-Dollar zu investieren. Der Euro galt in den vergangenen Monaten zwar auch als sicherer Anlagehafen. Wegen des unklaren Ausgangs des EU-Referendums in Grossbritannien und den voraussichtlich wachstumsschädlichen Folgen eines Brexit hat er im Vergleich zum Dollar aber deutlich an Beliebtheit eingebüsst.

Der japanische Yen stieg unterdessen deutlich an, zum amerikanischen Dollar auf den höchsten Stand seit August 2014. Verglichen mit Mittwoch legte der Yen zum Dollar 1,6% zu. Auslöser der jüngsten Kursgewinne war, dass die japanische Notenbank ihre Geldpolitik in der Nacht zum Donnerstag nicht weiter lockerte. Auf etwas längere Sicht steigt der Kurs des Yen, weil die Devise traditionell als sichere Anlagewährung gilt, die in unsicheren Zeiten gesucht wird.

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(AWP)