Devisen: Euro gibt zum US-Dollar leicht nach - EUR/CHF wieder nahe bei 1,14

Der Kurs des Euro ist am Montag nach dem Höhenflug der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar leicht gesunken. Am Mittag wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1732 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Freitagabend. In der Vorwoche war der Euro noch zeitweise bis auf 1,1777 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2015.
31.07.2017 13:16

Zum Franken nimmt der Euro dagegen bei einem Stand von 1,1393 erneut Anlauf auf die 1,14, die er am Freitag erstmals seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 durch die SNB überschritten hatte. Experten tun sich allerdings schwer, neben der Euro-Stärke weitere Gründe für die Schwäche des Frankens zu benennen. Am Markt gibt es unterschiedliche Meinungen. Da wäre ein Lager, das die Vermutung vertritt, die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe mit Eingriffen am Markt die Franken-Schwäche noch befeuert. Die aktuell veröffentlichten Daten zu den SNB-Sichtguthaben unterstützen diese These allerdings nicht, diese haben zuletzt stagniert.

Bei der UBS vertreten die Devisenexperten hingegen die Meinung, dass es eher markttechnische Faktoren sind, die den Franken derzeit schwächten. So scheine es einigen Investoren mit grossen Frankenoptionen eher unwohl geworden zu sein, zitierte der "Tages-Anzeiger" vom Wochenende Thomas Flury, Chef der UBS-Währungsstrategie. Die Überwindung der 1,12er-Schwelle habe offenbar automatische Verkäufe von Frankenpositionen ausgelöst, um Verluste zu begrenzen und das habe die Frankenabwertung dann nochmals beschleunigt.

Der US-Dollar holt zum Franken ebenfalls wieder etwas auf und kostet mit zuletzt 0,9710 CHF mehr als noch am Morgen.

Generell sind zum Wochenstart am Markt aber auch Stimmen zu hören, die von einer leichten Gegenbewegung beim Euro sprechen. Nach wie vor werde die Gemeinschaftswährung durch die politische Entwicklung in den USA gestützt. Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank sprach von einem "Dauer-Chaos" in Washington, das den Dollar belaste und dem Euro im Gegenzug Auftrieb verleihe. "So sehr im November und Dezember Donald Trumps Wahlsieg dem Dollar geholfen hatte, so sehr werden der US-Präsident und die republikanische Kongress-Mehrheit nun zu Belastungsfaktoren für die US-Währung", sagte Leuchtmann.

In diesem Umfeld konnten robuste Konjunkturdaten aus dem Euroraum der Gemeinschaftswährung keinen weiteren Auftrieb geben. Die Inflation blieb stabil, während die Kernteuerung leicht anzog, und die Arbeitslosenquote ist auf den tiefsten Stand seit mehr als acht Jahren gefallen. In Deutschland ist unterdessen die Nachfrage nach Arbeitskräften auf ein neues Rekordhoch geklettert.

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(AWP)