Devisen: Euro gibt zum US-Dollar leicht nach - Zum Franken unter 1,07

Der Euro ist am Freitag durch eine höhere Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten belastet worden. Auslöser ist ein Militärschlag der USA gegen Syrien. Der US-Dollar gab kurz nach Bekanntwerden nach, festigte sich im weiteren Verlauf aber wieder.
07.04.2017 13:05

Ein Euro kostete gegen Mittag 1,0631 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Zum Franken notiert der Euro aktuell bei 1,0692 CHF und damit nur minimal oberhalb seines bisherigen Tagestiefs, das er kurz vorher markiert hatte. Die Devisen-Experten von Morgan Stanley sehen zwar grundsätzlich ein gewisses Aufwertungspotenzial für den Franken gegenüber dem Euro und begründen dies mit der Unsicherheit über die politische Zukunft Frankreichs. In der aktuellen Situation nach den Angriffen der USA auf Syrien wiederum rechnen sie mit einem vergleichsweise stabilen Verlauf des Paares.

Derweil macht der US-Dollar zum Franken bis zum Mittag noch etwas Boden gut und geht aktuell zu 1,0058 CHF um. Der japanische Yen wiederum wertet zum Dollar moderat um 0,2 Prozent auf. Währungen, die von einer höheren Risikoneigung profitieren, gaben dagegen meist nach, so auch der australische Dollar.

Der amerikanische Luftangriff auf einen syrischen Militärflughafen in der vergangenen Nacht, eine Vergeltung für einen mutmasslich vom syrischen Regime verübten Giftgasangriffs in Syrien, habe zu erhöhter Risikoaversion geführt, sagte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Besonders unter Druck stehen die türkische Lira und der russische Rubel. Die Türkei zählt in der Region zu den grössten Gegnern des syrischen Regimes, Russland ist ein Verbündeter des Herrscherhauses Assad und unterstützt das Regime militärisch in dem seit Jahren tobenden Bürgerkrieg.

Konjunkturdaten treten in diesem Umfeld zwar meist in den Hintergrund. Dennoch nahmen Anleger und Analysten robuste Konjunkturdaten aus Deutschland zumindest zur Kenntnis. Zahlen zur Industrieproduktion und vom Aussenhandel hatten die Erwartungen übertroffen. Die US-Bank JPMorgan erhöhte daraufhin ihre Wachstumsprognose für das erste Quartal.

Im Nachmittagshandel dürften amerikanische Konjunkturdaten das Interesse auf sich ziehen. veröffentlicht wird der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung. Es wird mit einem soliden Aufbau von 180 000 Stellen gerechnet. Das moderate Lohnwachstum dürfte sich fortsetzen.

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(AWP)