Devisen: Euro grenzt Verluste ein - auch zum Franken etwas fester

Der Euro hat am Dienstag im späten US-Devisenhandel die Verluste eingegrenzt. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung noch mit 1,1577 Dollar. Zuvor war der Euro bis auf 1,1530 Dollar gefallen. Händler sprachen von einer generellen Dollar-Stärke.
04.09.2018 20:59

Gegenüber dem Franken legte der Euro leicht zu. Ein Euro wurde am Abend zu 1,1284 Franken gehandelt, gegenüber 1,1278 am Nachmittag. Der Dollar bewegte sich am Abend zum Franken seitwärts und notiert bei 0,9745 Franken.

Kurz nach der Veröffentlichung starker Stimmungsdaten von der US-Industrie war der Euro auf das Tagestief gefallen. Der entsprechende Indikator des Institute for Supply Management (ISM) kletterte im August auf den höchsten Stand seit über 14 Jahren. Der Konjunkturindex weist einen hohen Gleichlauf mit der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung in den USA auf. Anschliessend erholte sich der Euro jedoch wieder etwas.

Neben dem Euro wurden auch viele andere Währungen durch den aufwertenden amerikanischen Dollar belastet. Ein entscheidender Grund für die Dollar-Stärke ist der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China. Sollte US-Präsident Donald Trump seine Warnung wahr machen und weitere chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen, würde der Streit zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt wohl gänzlich eskalieren.

Unter erhöhtem Druck stand zuletzt der südafrikanische Rand. Die Währung zählt zu den Devisen, die von der zurzeit negativen Marktstimmung gegenüber den Schwellenländern am stärksten betroffen sind. Typischerweise stehen besonders solche Länder unter Druck, die mit hohen Defiziten im Handel und im Staatshaushalt zu kämpfen haben, eine hohe Verschuldung in ausländischer Währung sowie eine hohe Inflation aufweisen und von politischen Problemen geplagt sind.

Verstärkt wurde der Druck auf den Rand durch neue Konjunkturdaten der nationalen Statistikbehörde, der zufolge Südafrika im Frühjahr überraschend in eine Rezession gerutscht ist. Das Bruttoinlandsprodukt ist demnach im zweiten Jahresviertel auf das Jahr hochgerechnet geschrumpft. Bereits im ersten Quartal war die Wirtschaftskraft gesunken. Damit liegt erstmals seit 2009 eine Rezession vor.

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(AWP)