Devisen: Euro hält Gewinne gegenüber US-Dollar - Leichter zum Franken

Der Euro bleibt zum Wochenbeginn an den internationalen Finanzmärkten weiter gefragt. In der Nacht auf Montag erreichte die Gemeinschaftswährung nach einer rasanten Klettertour seit den Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag gegenüber dem US-Dollar einen neuen Höchststand seit 2015 bei 1,1684 US-Dollar. Im Anschluss gab der Euro wieder etwas nach und liegt aktuell bei 1,1646 Dollar.
24.07.2017 13:41

Zum Franken nähert sich der Euro aktuell dagegen mit Kursen von 1,1023 CHF der Marke von 1,10 wieder etwas an. Bei der ZKB messen die technischen Analysten der jüngsten Bewegung aber eher weniger Bedeutung bei. Vielmehr heisst es dort in einem aktuellen Kommentar, das EUR/CHF-Paar werde mittelfristig leicht höher erwartet. Der US-Dollar notiert am Montagmittag mit 0,9465 CHF kaum verändert gegenüber dem Morgenhandel. Auf diesem Niveau hat das USD/CHF-Währungspaar zuletzt vor etwa zwei Jahren gestanden.

Zur Wirtschaft im Euroraum gab es am Montag durchwachsene Signale. Die Unternehmensstimmung hat sich zwar dem Londoner Institut IHS Markit zufolge im Juli den zweiten Monat in Folge eingetrübt, allerdings von hohem Niveau aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat unterdessen seine Wachstumsprognosen für den Euroraum leicht angehoben. Am Devisenmarkt schauen die Anleger zunehmend auf die Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Es wird zwar keine abermalige Zinsanhebung erwartet, es könnte aber Hinweise auf den geldpolitischen Kurs im weiteren Jahresverlauf geben.

Deutliche Bewegung gab es am Montag bei der türkischen Lira, die am Vormittag stark unter Druck geriet und gut ein Prozent an Wert verlor. Begleitet von scharfer internationaler Kritik hat in Istanbul der Prozess gegen zahlreiche Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" begonnen. Unterdessen scheint die Türkei in der jüngsten Eskalation in den Beziehungen zu Deutschland etwas zurückgerudert zu sein.

Der türkische Innenminister habe am Morgen in einem Telefonat mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) versichert, dass die Türkei nicht gegen deutsche Unternehmen ermittle, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Zudem sei am Samstag ein türkisches Informationsersuchen zu bestimmten Unternehmen zurückgezogen worden.

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(AWP)