Devisen: Euro hält Gewinne zum Dollar nach Jackson Hole - Zum Franken unter 1,14

Der Euro hat seine starken Kursgewinne gegenüber dem US-Dollar nach der Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole nahezu halten können. Am Montagmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1938 US-Dollar gehandelt. In der Nacht zuvor war der Euro zeitweise bis auf 1,1965 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2015. Experten erklärten den Höhenflug unter anderem damit, dass EZB-Präsident Mario Draghi in Jackson Hole keine kritischen Töne zur jüngsten Euro-Aufwertung geliefert hatte.
28.08.2017 13:07

Zum Franken gab die Gemeinschaftswährung im Handelsverlauf leicht nach und notiert am Mittag bei 1,1338 CHF nach 1,1402 am Morgen. Aus charttechnischer Perspektive ortet die ZKB auf mittlere Sicht ein leichtes Aufwärtspotenzial für das Währungspaar. So könne innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate mit einer Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends in Richtung 1,16 gerechnet werden. Der US-Dollar verliert zum Franken bis Montagmittag leicht auf 0,9536 CHF von 0,9558 am Morgen.

Neue Konjunkturdaten konnten den Euro am Vormittag nicht nennenswert bewegen. Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldschleusen weit offen hält, hat sich das Wachstum der Geldmenge zuletzt abgeschwächt. Die breit gefasste Geldmenge M3 stieg im Juli im Jahresvergleich um 4,5%. Im Juni war die Geldmenge noch um 5,0% gewachsen. Auch überraschend gute Stimmungsdaten aus der italienischen Wirtschaft bewegten den Eurokurs kaum.

Auch wenn das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole am Wochenende nur wenige Aussagen zur Geldpolitik der führenden Zentralbanken lieferte, wollte Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank nicht von einem "Non Event" sprechen. Seiner Einschätzung nach war das Schweigen Draghis hinsichtlich der jüngsten Euro-Aufwertung "bemerkenswert".

Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass der EZB-Präsident eine weitere Euro-Aufwertung tolerieren werde, sagte Leuchtmann weiter. Bei der nächsten EZB-Pressekonferenz im September habe Draghi Zeit und Gelegenheit, sich zur Wechselkursentwicklung zu äussern.

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(AWP)