Devisen: Euro hält Marke von 1,06 Franken knapp

Der Euro hat am Freitag zum Franken wie zum US-Dollar spürbar nachgegeben. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0905 US-Dollar, nachdem sie zuvor kurzzeitig unter die Marke von 1,09 Dollar gefallen war.
22.05.2020 13:17

Zur Schweizer Währung hat der Euro die Marke von 1,06 Franken zurückgewonnen und kostet 1,0602. Im Verlauf des Vormittags war die europäische Währung bis auf ein Tagestief von 1,0590 Franken gefallen. Der US-Dollar hat sich zum Franken am Vormittag unter dem Strich wenig bewegt und notiert am Mittag mit 0,9717 Franken praktisch gleich wie am Morgen.

Auslöser der Euro-Schwäche war ein auf breiter Front stärkerer Dollar. Die amerikanische Währung profitierte von ihrem Status als weltweite Reservewährung, die in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird. Auch der japanische Yen, der ebenfalls als sicherer Anlagehafen gilt, wurde vermehrt angelaufen.

Belastet wurde die Stimmung an den Finanzmärkten durch Wachstumssorgen um China. Zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses verzichtete die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt auf die Benennung eines Wachstumsziels für dieses Jahr. Das ist ungewöhnlich und nach Worten von Regierungschef Li Keqiang der hohen Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie geschuldet. Ökonomen erwarten, dass China in diesem Jahr allenfalls halb so stark wächst wie in den vergangenen Jahren.

Hinzu kamen Spannungen zwischen den USA und China. So herrscht nach wie vor Streit über die Schuld an der Corona-Krise. Zudem will China stark in die Gesetzgebung Hongkongs eingreifen und ein neues Sicherheitsgesetz durchdrücken. Die USA drohen mit einer scharfen Antwort, falls China Hongkongs Sonderstatus antasten sollte.

Zu den Verlierern am Devisenmarkt zählte der australische Dollar. Australiens Wirtschaft ist stark von der konjunkturellen Entwicklung in China abhängig, einem der wichtigsten Handelspartner des Landes. Ausserdem setzte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Bonität Australiens auf "negativ". Dies entspricht einer Drohung, dem Land seine Top-Note "AAA" zu entziehen.

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(AWP)