Devisen: Euro hält sich bei 1,20 Dollar - Knapp über 1,14 Franken

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar zu Wochenbeginn nachgegeben, sich aber bei der Marke von 1,20 US-Dollar gehalten. Am Montagmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,2015 Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich bis auf 1,1993 Dollar gefallen war. Im Vergleich zu Freitagabend stellten sich leichte Verluste ein.
11.09.2017 12:51

Zum Franken kann sich der Euro bei 1,1403 CHF behaupten. Zum Wochenschluss hatte er noch klar tiefer notiert. Der US-Dollar kann seine Gewinne zum Franken seit Freitag ebenfalls verteidigen, wie der Stand von 0,9490 CHF zeigt. Zum Vergleich: Am Freitagabend stand er noch bei 0,9447 CHF. Der US-Dollar kann aktuell gegenüber vielen wichtigen Währungen etwas zulegen. Neben dem Franken auch zum japanischen Yen. Beide gelten unter Anlegern in ungewissen Zeiten als "sichere Häfen". Händler nannten als Grund, dass Nordkorea entgegen einigen Befürchtungen an diesem Wochenende keinen weiteren Raketentest durchgeführt habe.

Der Euro wird derweil zum Wochenstart durch Äusserungen von EZB-Direktor Benoit Coeure etwas belastet. Der Franzose wies in einem öffentlichen Auftritt auf die Gefahr hin, dass ein höherer Wechselkurs die Finanzbedingungen verschärfen könne, falls die Gründe für die Aufwertung ausserhalb des Währungsraums zu finden seien. Zudem wiederholte Coeure eine Bemerkung von EZB-Präsident Mario Draghi von vergangener Woche, wonach die jüngsten Kursschwankungen des Euro eine "Quelle der Unsicherheit" seien, die beobachtet werden müssten.

Hintergrund der Äusserungen Draghis und Coeures ist die relative Stärke des Euro. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn deutlich aufgewertet, insbesondere zum US-Dollar. Über teurere Exporte und günstigere Importe könnte dies die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden sowie die Inflation noch weiter unter das Preisziel der EZB von knapp zwei Prozent fallen lassen.

Aufwind erhielt unterdessen die türkische Lira. Sie stieg zum Euro und Dollar um je ein halbes Prozent an. Auslöser waren neue Wachstumsdaten, die erneut positiv überraschten. So lag die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2,1 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 betrug die Wachstumsrate 5,1%. Die politischen Spannungen zwischen der Türkei und der EU scheinen demnach an der türkischen Wirtschaft bislang abzuperlen.

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(AWP)