Devisen: Euro hält Gewinne vom Vortag - Japan weist Trump zurück

Der Euro hat am Mittwoch seine Vortagesgewinne verteidigt. Am Mittag wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0770 US-Dollar gehandelt und damit auf dem Niveau der vergangenen Nacht.
01.02.2017 14:39

Zum Franken bewegt sich der Euro bei einem Stand von 1,0674 CHF ebenfalls mehr oder weniger seitwärts und auch der US-Dollar weist gegenüber dem Franken am Mittwochmittag mit aktuell 0,9911 CHF nur eine minimale Veränderung auf.

Im Euroraum hatte es Daten zur Stimmung in den Industrieunternehmen gegeben. Diese hat sich von hohem Niveau aus weiter aufgehellt und ist auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen, wie der auf einer Umfrage des Instituts IHS Markit basierende Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe zeigt.

Am Vortag hatte der Euro um rund ein Prozent zugelegt, nachdem der Berater des US-Präsidenten für handelspolitische Fragen, Peter Navarro, den Euro als "grob unterbewertet" bezeichnet hatte. Deutschland erschleiche sich dadurch "unfaire Handelsvorteile". Zudem warf Donald Trump China und Japan vor, ihre Währungen zu manipulieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Japans Regierungschef Shinzo Abe wiesen die Vorwürfe zurück.

Auch von Notenbankchef Haruhiko Kuroda kam Widerspruch. Die Bank of Japan sei nur der Preisstabilität verpflichtet. Die Entwicklung einer Währung müsse der der Volkswirtschaft insgesamt entsprechen. Experten sprachen in ersten Reaktionen davon, dass die Politik der Trump-Administration zum grössten Risiko für die Zentralbank geworden sei. Premier Abe wird kommende Woche zusammen mit dem japanischen Finanzminister Taro Aso in die USA reisen und Donald Trump treffen.

Daten gab es in den USA bereits vom Arbeitsmarkt. Dieser hat sich laut einer Umfrage eines privaten Instituts zum Jahresauftakt besser entwickelt als erwartet. Im weiteren Tagesverlauf werden noch Daten zur Industriestimmung und zum Bausektor veröffentlicht. Am Abend steht zudem eine Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an. Experten rechnen mit keiner Veränderung des Leitzinses. "Die Fed hat keinen Anlass, dem Markt irgendetwas anderes zu signalisieren, als das, was sie ihm seit Dezember vermittelt", schreibt Antje Praefcke, Expertin bei der Commerzbank. Demnach ist die Wirtschaft auf Wachstumskurs, die Geldpolitik wird allmählich normalisiert, aber zunächst ist abzuwarten, wie die künftige US-Fiskalpolitik aussieht.

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(AWP)