Devisen: Euro handelt nur knapp über dem Tagestief - EUR/CHF bei 1,1450

Der Euro hat am Freitag im New Yorker Devisenhandel etwas nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1863 US-Dollar nur knapp über dem Tagestiefstand von 1,1851 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1920 (Donnerstag: 1,1825) Dollar fest.
01.09.2017 20:57

Der Schweizer Franken büsste am Abend gegen beide Hauptwährungen leicht an Terrain und notierte kurz vor 21 Uhr bei 1,1449 bzw. 0,9651 CHF, am frühen Abend waren es noch 1,1435 bzw. 0,9623 und am Morgen 1,1421 bzw. 0,9602 gewesen.

Über einen Mangel an Impulsen konnten sich die Anleger vor dem Wochenende nicht beklagen - im Gegenteil: Zunächst profitierte der Euro von Äusserungen des österreichischen Notenbankchefs Ewald Nowotny. Das EZB-Ratsmitglied hatte gesagt, aus seiner Sicht sollte die jüngste Aufwertung des Euro nicht dramatisiert werden. Damit äusserte sich erstmalig ein ranghoher Notenbanker direkt zur Euro-Aufwertung, die seit Jahresbeginn zum Dollar 13 Prozent beträgt. Der höhere Wechselkurs kann auf Wachstum und Inflation lasten und damit der EZB Kopfzerbrechen bereiten. Bislang sieht es danach aber nicht aus.

Neue US-Konjunkturdaten sorgten im Nachmittagshandel erst für zusätzlichen Auftrieb beim Euro, dann aber für Belastung. Zunächst enttäuschte der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für den Monat August. Die Arbeitslosigkeit stieg, während die Beschäftigungs- und Lohnentwicklung hinter den Erwartungen zurückblieben. Robuste Daten zur Industrie- und Verbraucherstimmung überzeugten jedoch wenig später, so dass der Dollar unter dem Strich zulegte und der Euro im Gegenzug nachgab.

Zudem bekräftige SNB-Präsident Thomas Jordan einmal mehr die Geldpolitik der Nationalbank. Ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik sei für die Nationalbank im Moment kein Thema, sagte er in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft". Jordan sieht gar Raum, die Bilanz nötigenfalls weiter auszudehnen, wie er sagte.

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(AWP)