Devisen: Euro kann Gewinne überwiegend halten - EUR/CHF weiter über 1,08

Der Euro hat am Montag seine Gewinne vom Sonntagabend überwiegend halten können. Gegen Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,0856 US-Dollar und damit knapp eineinhalb Cent mehr als vor Bekanntgabe erster Prognosen zum Wahlausgang in Frankreich. Nachdem sich am Sonntag eine Stimmenmehrheit für den unabhängigen Kandidat Emmanuel Macron abzeichnet hatte, hatte der Euro sprunghaft um rund zwei Cent auf 1,0937 Dollar zugelegt.
24.04.2017 13:47

Zum Franken legte der Euro als Reaktion auf die Frankreichwahl bis auf 1,0839 CHF zu. Damit erreichte das Währungspaar den höchsten Stand seit Anfang Dezember. Im Tagesverlauf fiel der Euro dann zeitweise unter die Marke von 1,08 CHF zurück, notiert aber derzeit mit 1,0804 wieder knapp darüber. Im Falle eines Wahlsieges von Emmanuel Macron dürfte die Risikoaversion und damit auch die Kapitalzuflucht in den Franken-Raum abnehmen, schreibt die VP Bank in einem Kommentar. Wechselkursnotierungen im Bereich zwischen 1,06 und 1,08 würden dabei als das wahrscheinlichstes Szenario erscheinen.

Der Dollar tendiert nicht nur zum Euro schwach, sondern auch gegenüber vielen anderen Währungen. Gegenüber dem Franken notiert der Dollar am Mittag bei 0,9952 CHF wieder etwas deulicher unterhalb der Parität als noch am vergangenen Freitag. Als typischer sicherer Anlagehafen weniger stark gefragt war der japanische Yen, der zum US-Dollar leicht nachgab.

Fachleute erklärten die Reaktionen damit, dass Macron in der Stichwahl mit der zweitplatzierten Rechtspopulistin Marine Le Pen in zwei Wochen als klarer Favorit gilt. Ein EU- und Euro-Austritt Frankreichs ("Frexit") wird damit deutlich unwahrscheinlicher.

In diesem Umfeld sorgte das ansonsten stark beachtete Ifo-Geschäftsklima kaum für Bewegung. Dennoch hoben Bankvolkswirte die nach wie vor sehr gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft hervor. Der Ifo-Index hellte sich deutlicher auf als erwartet und stieg auf den höchsten Stand seit Mitte 2011. Auch die Bundesbank zeigte sich zuversichtlich für die deutsche Wirtschaft. Im ersten Quartal dürfte sie deutlich an Fahrt aufgenommen haben, erwartet sie.

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(AWP)