Devisen: Euro kann Gewinne zum Dollar und Franken nicht halten

FRANKFURT (awp international) - Heftig, aber nicht lange anhaltend - so kann die Reaktion am Devisenmarkt auf den überraschenden Wahlsieg des Republikaners Donald Trump in den US-Präsidentschaftswahlen umschrieben werden. Der Dollar geriet in der Nacht auf Mittwoch stark unter Druck, kann sich bis Mittwochmittag aber sichtlich erholen. Im Gegenzug kann der Euro seine zuvor erzielten Gewinne nicht halten. Nach einem Hoch von 1,1300 Dollar am frühen Morgen, kostet die Gemeinschaftswährung aktuell 1,1097 Dollar.
09.11.2016 12:59

Zum Franken kann der Euro seine anfänglichen Gewinne ebenfalls nicht halten und steht mit aktuell 1,0787 wieder deutlich tiefer als noch am Morgen. Ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Markt interveniert hat, wollten die Währungshüter auf Nachfrage von AWP nicht kommentieren. Immerhin hatte der Franken in der Nacht auf Mittwoch zum US-Dollar zeitweise um mehr als 2% aufgewertet.

Die SNB hatte zu Wochenbeginn angekündigt, bei Verwerfungen im Zuge der Präsidentschaftswahlen am Devisenmarkt zu intervenieren - analog dazu, wie sie es bereits nach der Brexit-Abstimmung getan hatte.

Dennoch ist der "Trump-Schock" gegen Mittwochmittag noch nicht vollständig abgeklungen. Der japanische Yen, der als besonders sicherer Anlagehafen gilt, lag zum Dollar zuletzt immer noch zwei Prozent im Plus. In der Defensive waren dagegen Währungen von Ländern mit starkem Aussenhandel. Am deutlichsten verloren der australische und der kanadische Dollar sowie der südkoreanische Won. Währungen grosser Schwellenländer wie der südafrikanische Rand oder die türkische Lira standen ebenfalls unter Druck.

Am deutlichsten fiel die Reaktion auf den Wahlausgang in Mexiko aus. Die Landeswährung Peso war am frühen Morgen auf ein Rekordtief von 20,78 Peso je Dollar gefallen. Das war ein Verlust zum Vortag von etwa 13 Prozent. Am Mittwochmittag beliefen sich die Verluste noch auf 8 Prozent. Mexikos Währung galt im Wahlkampf als das Stimmungsbarometer schlechthin, weil einige Punkte in Trumps Wahlprogramm die Wirtschaft des kleinen Nachbarlandes besonders negativ treffen würden.

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(AWP)