Devisen: Euro kaum verändert - Franken zieht an

Der Euro hat sich am Dienstag gegenüber dem US-Dollar nur wenig bewegt. Am Vormittag wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1135 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend.
14.01.2020 10:21

Ganz anders sieht es derweil beim Franken aus. Der steht unter deutlichem Aufwertungsdruck zu Euro und US-Dollar. Entsprechend bewegt sich das Euro/Franken-Paar wieder klar unterhalb der 1,08er Marke. Erst vergangene Woche war das Paar bis auf 1,0782 gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Bei Kursen von zuletzt 1,0790 Franken notiert es knapp darüber. Auch zum Dollar zieht der Franken an. Entsprechend notiert das Dollar/Franken-Paar bei 0,9692.

Marktteilnehmer verweisen auf die Tatsache, dass die USA die Schweiz wieder auf die Liste der potenziellen Währungsmanipulatoren gesetzt hat. "Die Schweizerische Nationalbank sollte sich bewusst sein, dass bei etwaigen Devisenmarktmanipulationen der Verdruss in Washington weiter zunimmt", kommentiert ein Ökonom.

Anders sieht es beim chinesischen Yuan aus. Die Währung Chinas profitierte von der Entscheidung der US-Regierung, die Volksrepublik nicht mehr als Währungsmanipulator zu brandmarken. Für Auftrieb sorgten auch solide Aussenhandelsdaten aus China für den Monat Dezember. Gegenüber dem US-Dollar stieg der Yuan auf den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres.

Generell sprechen Marktbeobachter derweil von einem eher impulsarmen Handel. Aus der Eurozone werden keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Erst am Nachmittag dürften US-Wirtschaftsdaten für neue Impulse sorgen. Auf dem Programm stehen Kennzahlen zur Entwicklung der amerikanischen Verbraucherpreise.

Zu den Verlieren zählt erneut das britische Pfund, das wie bereits zum Wochenauftakt im Handel mit dem US-Dollar unter Druck steht. Nach zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten verdichten sich Hinweise auf eine Zinssenkung durch die britische Notenbank. Die Aussicht auf sinkende Zinsen setzt eine Währung unter Druck. "Auch wenn sich noch keine Mehrheit für einen Zinsschritt bis zur nächsten Sitzung der Bank of England Ende Januar finden sollte, sehr viel länger wird es wohl nicht dauern", kommentiert Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.

Jüngste Aussagen des britischen Premierministers Boris Johnson zu den künftigen Handelsbeziehungen des Königreichs mit der EU geben dem Pfund keine neue Richtung. Johnson hatte sich erneut zuversichtlich gezeigt, bis zum Ende des Jahres ein Handelsabkommen mit der EU abschliessen zu können. Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf eine Verlängerung der Übergangsphase gedrängt und gesagt, dass es "im Grunde unmöglich" sei, bis Ende des Jahres alle Themen zu bearbeiten.

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(AWP)

 

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