Devisen: Euro kommt zu Dollar und Franken leicht zurück

FRANKFURT (awp international) - Der Euro ist am Montag wie auch viele andere Währungen gegenüber dem amerikanischen Dollar unter Druck geraten. Im Mittagshandel kostet die Gemeinschaftswährung 1,1222 US-Dollar und damit knapp einen halben Cent weniger als im Tageshoch.
12.09.2016 13:41

Zum Franken steht der Euro bei zuletzt 1,0937 CHF nur knapp über seinem bisherigen Tagestief bei 1,0934 CHF. Bei Morgan Stanley gehen die Experten davon aus, dass die SNB bei ihrer Lagebeurteilung am kommenden Donnerstag den Status quo aufrecht erhalten werde. Da am Markt allerdings damit gerechnet wird, dass die Währungshüter bis Jahresende die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich absenken, sei eine Aufwertung des Franken nach dem Entscheid durchaus möglich, heisst es in dem Report weiter. Zum Franken geht der Dollar hingegen zum Wochenstart bis zum Mittag auf 0,9744 CHF zurück nach 0,9759 CHF im Morgenhandel.

Generell hat der US-Dollar an den Finanzmärkten seit vergangenem Donnerstag Rückenwind. Experten nennen zwei Gründe dafür: Zum einen hatte die EZB ihr Wertpapierkaufprogramm vergangene Woche weder verlängert noch Feinjustierungen vorgenommen, um absehbaren Anleiheknappheiten zu begegnen. Einige Marktteilnehmer wurden dadurch überrascht und deuteten die Entscheidung als Hinweis auf eine abnehmende Neigung der EZB zu weiteren Lockerungen.

Zum anderen nehmen die Spekulationen wieder zu, dass die US-Notenbank Fed ihre Ende 2015 begonnene Zinswende nun doch fortsetzen könnte. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Äusserungen des regionalen Fed-Chefs von Boston. Eric Rosengren, der als Vertreter einer lockeren Geldpolitik gilt, hatte am Freitag vor einer Überhitzung der US-Wirtschaft gewarnt, falls die Fed ihren Leitzins zu langsam straffe.

Am Montag werden sich weitere Notenbanker aus den USA zu Wort melden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Äusserungen von Lael Brainard, weil sie als Direktoriumsmitglied der Führungsriege der Fed angehört. Brainard steht wie Rosengren für eine lockere Geldpolitik und wird gegen Abend über die wirtschaftlichen und geldpolitischen Aussichten sprechen.

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(AWP)