Devisen: Euro kurzfristig über 1,20 USD - Zum Franken weiter über 1,16 CHF

Starke Konjunkturdaten aus der Eurozone haben den Euro am Freitag gestützt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostet am Mittag 1,1968 USD. Kurzzeitig kletterte sie über 1,20 Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei rund 1,1963 Dollar notiert.
22.09.2017 13:28

Gegenüber dem Franken hält sich der Euro weiter über 1,16 CHF. Als Grund für die Talfahrt des Frankens zum Euro sehen Marktteilnehmer die günstige wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone. In Deutschland hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager stärker als erwartet aufgehellt. Zuvor vermeldete die französische Wirtschaft bereits überraschend gute Stimmungsdaten. Am Mittag geht der Euro bei 1,1605 CHF um. Der US-Dollar legte zum Franken ebenfalls leicht zu. Er kostet am Freitag-Mittag 0,9696 CHF.

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im September überraschend aufgehellt. Der Einkaufsmangerindex für die Gesamtwirtschaft der Eurozone legte um einen ganzen Punkt zu. Die Indikatoren für den Dienstleistungs- und Industriesektor legten ebenfalls zu. In Frankreich und Deutschland stiegen die Werte.

Nach Einschätzung der VP Bank ist vor allem die starke Entwicklung in Frankreich bemerkenswert. "Die Grande Nation profitiert einerseits von der verbesserten wirtschaftlichen Situation in der Eurozone, andererseits läuft auch die französische Binnenkonjunktur mit einer höheren Drehzahl", schreibt Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Bisher habe ein dynamisches Frankreich gefehlt. "Finden die beiden grossen Nationen Deutschland und Frankreich wieder einen gemeinsamen wirtschaftlichen Weg, lässt sich eine weitere europäische Integration wesentlich einfacher umsetzen."

Vor einer Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit in Florenz, ist das britische Pfund gesunken. Es wurde bei 1,1331 Euro gehandelt, nachdem es in der Nacht noch bei 1,1370 Euro notiert hatte. May könnte laut Medienberichten ein Angebot im Streit um die Abschlussrechnung für den Brexit auf den Tisch legen. Die Rede ist von 20 Milliarden Euro. Das wäre allerdings viel weniger, als von der Europäischen Union voraussichtlich gefordert wird. Spekuliert wird zudem, dass die Regierungschefin eine zweijährige Übergangsphase nach dem Brexit vorschlägt, in der Grossbritannien weiter Zugang zum gemeinsamen Binnenmarkt hätte.

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(AWP)