Devisen: Euro legt im US-Handel wieder etwas zu - Türkische Lira auf Rekordtief

Der Euro hat sich im US-Handel am Donnerstag von zwischenzeitlichen Verlusten erholt. Nach robusten deutschen Auftragseingängen hatte er im frühen europäischen Geschäft bereits mit 1,1916 Dollar zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Mai 2018 erreicht, bevor er auf ein Tagestief von 1,1818 Dollar zurückgefallen war und dann wieder zulegte. Zuletzt notierte der Eurokurs bei 1,1875 Dollar.
06.08.2020 21:25

Das EUR/CHF-Währungspaar startete derweil am Morgen im Bereich von 1,0790 und notiert aktuell mit 1,0809 etwas höher, zwischendurch erreichte es im Hoch 1,0823 und im Tief 1,0751. USD/CHF wird aktuel mit 0,9102 gehandelt, hier lag das Tief bei 0,9065 und das Hoch bei 0,9130.

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat sich nach dem Einbruch in der Corona-Krise im Juni unerwartet stark erholt. Die weiter grassierende Corona-Pandemie sorgte nur kurz für Verunsicherung.

Die jüngste Schwäche des Dollar dürfte nach Einschätzung von Commerzbank-Expertin Antje Praefcke anhalten. Sie verwies auf die Unsicherheit rund um die Präsidentschaftswahl, die dauerhaft lockere Geldpolitik der US-Notenbank und steigende Defizite im Staatshaushalt und der Handelsbilanz. "Entsprechend dürfte der Dollar weiterhin unter Abwärtsdruck bleiben und in Phasen steigender Risikoaversion - wenn überhaupt - nur vergleichsweise wenig an Wert zulegen."

Die türkische Lira fiel auf ein Rekordtief zum Dollar. Dieser stieg im Gegenzug in der Spitze bis auf 7,3103 Lira. Dies ist der höchste jemals erreichte Kurs. Der letzte Rekordstand war im Mai erreicht worden. Am Donnerstag stieg der Kurs um 3,6 Prozent. Auch der Eurokurs legte zur Lira deutlich zu und erreichte bei 8,6710 Lira für einen Euro einen neuen Höchststand. Die türkische Notenbank kündigte an, dass sie den starken Kursschwankungen entgegenwirken wolle. Die Aussagen stützen die Lira aber zunächst nicht.

Die türkische Wirtschaft wurde von der Corona-Krise hart getroffen. "In diesen weltweit schwierigen ökonomischen Zeiten steigt der Druck auf die Währungen von Schwellenländern wie die türkische Lira", sagte Thilo Pahl, Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer. "Die wegbrechenden Einnahmen aus dem Tourismus, die negative reale Verzinsung und die schwindenden Währungsreserven der türkischen Zentralbank lasten auf dem Lira-Kurs", sagte er. Die Finanzmärkte seien skeptisch, ob sich die türkische Wirtschaft rasch erholen könne.

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(AWP)

 
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