Devisen: Euro legt nach Draghi-Aussagen zu Franken und Dollar zu

Der Kurs des Euro hat am Montag nach optimistischen Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, über die Inflationsentwicklung zugelegt. Am Nachmittag kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1815 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni. Zuletzt gab sie aber einen Grossteil der Gewinne wieder ab und notierte bei 1,1789 Dollar.
24.09.2018 17:15

Auch zum Franken wertete sich der Euro auf und knackte die Marke von 1,13 Franken. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1319 Franken, nach 1,1271 Franken am Morgen. Zum Dollar blieb der Franken relativ stabil. Die US-Währung wurde am Abend zu 0,9602 Dollar gehandelt nach 0,9598 am Morgen.

In einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament nannte Draghi die Entwicklung der Konsumentenpreise ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel "relativ kräftig". Er erwarte in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der sogenannten Kerninflation aufgrund einer robusten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die zu einem stärkeren Lohnwachstum führe. Der Preisauftrieb verstärke sich und gewinne an Breite, sagte der EZB-Präsident. Die optimistischen Worte zur Inflation werden laut Händlern als Bestätigung einer baldigen Abkehr der Notenbank von ihrer extrem lockeren Geldpolitik gesehen.

Zuvor hatte laut Händlern bereits das Ifo-Geschäftsklima dem Euro etwas Auftrieb verliehen. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war zwar im September leicht gesunken, Analysten hatten aber einen stärkeren Rückgang erwartet. Der Indikator habe die im Vormonat gezeigte Stimmungsaufhellung im Wesentlichen bestätigt und unterstreiche damit die robuste konjunkturelle Verfassung der deutschen Wirtschaft, kommentierte Uwe Burkert, Chefökonom der Landesbank Baden-Württemberg.

Der Hongkong-Dollar konnte unterdessen seine kräftigen Gewinne vom Freitag halten. Nach einer massiven Kapitalflucht aufgrund steigender Zinsen in den USA sorgte eine knapp gewordene Liquidität vor dem Wochenende für starken Auftrieb bei den Zinsen am Interbankenmarkt sowie bei der Währung. Der Interbankenzins in Hongkong zog am Montag noch nach und legte so stark zu wie seit Dezember 2008 nicht mehr. Experten sehen in der Bewegung vor allem eine Gefahr für den Immobilienmarkt in der chinesischen Sonderverwaltungszone.

tos/jkr/tt/rw

(AWP)