Devisen: Euro legt zu - Auch zum Franken im Plus

Der Euro hat am Mittwoch zum Dollar den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Zuletzt kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1369 US-Dollar. Stärker war der Euro seit dem Tag nach dem Brexit-Votum vor gut einem Jahr nicht mehr, als die Währung zusammen mit dem britischen Pfund stark unter Druck geraten war.
28.06.2017 08:42

Auch zum Franken legte der Euro etwas zu. Die Gemeinschaftswährung kletterte über die Marke von 1,09 CHF und geht am frühen Mittwoch-Morgen bei 1,0904 CHF um. Der US-Dollar hielt sich derweil zum Franken stabil und geht am Mittwochmorgen bei 0,9592 CHF um.

Bereits am Vortag hatte der Euro kräftig um 1,5 Prozent zugelegt. Auslöser dafür waren Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi. Er gab sich auf der alljährlichen Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra nicht nur zuversichtlich für das Wachstum im Euroraum. Verglichen mit früheren Aussagen war er auch optimistischer, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent wieder erreichen könne. Die lange Zeit schwache Inflation war ein Hauptgrund für die extrem lockere Geldpolitik der EZB.

Draghi habe einen ersten Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik getan, kommentierte Marco Valli, Chefvolkswirt für Europa bei der Grossbank Unicredit. Bankökonomen rechnen damit, dass die EZB im Spätsommer die Weichen für einen geldpolitischen Kurswechsel stellen wird.

Der Dollar habe dem Euro momentan nichts entgegenzusetzen, schreibt Antje Praefcke, Expertin bei der Commerzbank. Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, hatte in einer Rede am Dienstagabend in London keine konkreten Hinweise zur künftigen Geldpolitik gegeben. Jüngst gewachsene Zweifel an dem Straffungstempo der Fed blieben daher unverändert bestehen, so Praefcke.

Ein deutlicher als erwartet abgeschwächter Auftrieb bei den deutschen Importpreisen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte den Euro in diesem Umfeld nicht schwächen.

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(AWP)