Devisen: Euro legt zu Dollar und Franken zu - Warten auf Entscheid zu Fed-Spitze

Der Euro ist am Donnerstag leicht gestiegen. Die Aussicht, dass Notenbanker Jerome Powell Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der Fed werden soll, habe den US-Dollar belastet und dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen, hiess es von Marktbeobachtern. Zudem hätten robuste Konjunkturdaten gestützt.
02.11.2017 12:46

Zeitweise stieg der Euro in der vergangenen Nacht um etwa einen halben Cent bis auf 1,1672 Dollar. Im Anschluss fiel der Kurs aber wieder ein Stück weit zurück. Aktuell wird er am Mittag bei 1,1657 Dollar gehandelt. Zum Franken präsentiert sich der Euro bei 1,1645 CHF gut behauptet. Der US-Dollar wiederum kommt auch zum Franken etwas zurück und steht bei 0,9990 CHF wieder knapp unter der Parität.

Ermutigende Signale von der Wirtschaft in Deutschland und dem gesamten Euroraum stützten den Euro etwas. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober auf den niedrigsten Wert in diesem Monat seit der Wiedervereinigung gesunken. Die Stimmung in den Industriebetrieben des Euroraums, gemessen durch den Einkaufsmanagerindex des Instituts Markit, stieg unterdessen auf den höchsten Stand seit rund sechseinhalb Jahren. Allerdings lag der Wert geringfügig unter dem in einer ersten Schätzung ermittelten.

Entscheidender für den Handel am Devisenmarkt ist derzeit aber die Geldpolitik in den USA. Allgemein wird damit gerechnet, dass US-Präsident Donald Trump Notenbank-Direktor Powell im Tagesverlauf zum Nachfolger von Fed-Chefin Yellen nominieren wird. Powell wurde nach einem Bericht des "Wall Street Journal" bereits vom Präsidialamt darüber informiert. Die Amtszeit der aktuellen Fed-Vorsitzenden Yellen endet im Februar 2018.

Zuletzt war neben Powell auch der renommierte Ökonom John Taylor als möglicher neuer Fed-Chef gehandelt worden, der als Verfechter einer eher strafferen Geldpolitik gilt. Von Powell wird dagegen erwartet, dass er den Kurs Yellens mit leichten Zinserhöhungen und einem Abbau der seit der Finanzkrise aufgeblähten Notenbankbilanz fortsetzen wird. Da die Personalentscheidung des US-Präsidenten wohl auf den Kandidaten Powell hinausläuft, sorgt das am Devisenmarkt für Druck auf den Dollar.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins unverändert belassen. Analysten hatten damit gerechnet. Ausserdem lieferte die Notenbank in der schriftlichen Stellungnahme zur Zinsentscheidung keine konkreten Hinweise auf eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung im Dezember.

Am frühen Donnerstagnachmittag stehen noch Zinsentscheidungen der Bank of England sowie der tschechischen Notenbank an.

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(AWP)