Devisen: Euro legt zu - EZB-Chefökonom warnt vor Folgen eines starken Euro

Der Euro hat am Freitag zum US-Dollar etwas zugelegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1832 Dollar. In der Nacht hatte er nur knapp über der Marke von 1,18 Dollar notiert. Der Kurs lag aber unter seinen Höchstständen vom Donnerstag, als der Euro kurzzeitig über 1,19 Dollar gestiegen war.
11.09.2020 17:10

Auch zum Franken verliert der Dollar an Wert. Er fiel im Verlauf des Tages wieder unter die 0,91er-Marke und kostet nun 0,9092 Franken. Derweil geht der Euro zu 1,0757 Franken um.

An den Devisenmärkten wird diskutiert, ob der zuletzt stärkere Euro der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise schade. Am Donnerstag hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde das Thema nach der Zinssitzung der Notenbank zwar angesprochen, auf eine starke verbale Intervention jedoch verzichtet.

Am Freitag warnte der Chefökonom der EZB vor den Folgen eines starken Euro für Wachstum und Inflation. Die wirtschaftliche Erholung und die Preisentwicklung seien durch den zuletzt aufwertenden Euro "deutlich gedämpft" worden, schrieb Philip Lane in einem Beitrag auf der Internetseite der EZB. Die EZB stehe bereit, all ihre Instrumente falls nötig einzusetzen. Der Euro wurde durch die Aussagen aber nicht nachhaltig belastet.

In den USA sind die Konsumentenpreise im August etwas stärker gestiegen als erwartet. Die Jahresinflationsrate legte auf 1,3 Prozent zu. "Bis auf weiteres wird sich die US-Notenbank durch die Zahlen aber nicht unter Handlungsdruck gesetzt sehen, denn insgesamt ist das Inflationsniveau als moderat zu bezeichnen", sagte Patrick Boldt, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Zudem wirkt die hohe Arbeitslosigkeit tendenziell noch dämpfend auf die Teuerung."

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1950 Dollar gehandelt. Das waren etwa fünf Dollar mehr als am Vortag.

jsl/jha/mk

(AWP)

 
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