Devisen: Euro legt zum Dollar leicht zu, verliert aber etwas zum Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Donnerstagmorgen zum US-Dollar leicht zugelegt. Die Gemeinschaftswährung wird zu 1,1278 nach 1,1268 USD am Vorabend gehandelt. Zuvor hatten mit der US-Notenbank Fed und mit der japanischen Notenbank zwei der wichtigsten Zentralbanken weltweit ihre Geldpolitik unverändert gelassen. Zum Schweizer Franken gab der Euro derweil etwas nach auf 1,0816 von 1,0832 CHF. Der Dollar zum Franken notiert auf 0,9590 nach 0,9612 CHF.
16.06.2016 08:20

Die US-Notenbank hatte am Vorabend keine klaren Hinweise zum Zeitpunkt für eine Zinserhöhung in den USA geliefert. Die amerikanischen Währungshüter zögern wegen der Sorge vor den Folgen eines Austritts Grossbritanniens aus der EU mit der Fortsetzung der Zinswende. "Die Brexit-Debatte wirbelt den US-Zinspfad durcheinander", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Ausserdem hätten zuletzt schwache US-Konjunkturdaten die US-Notenbank zu einem weiteren Stillhalten veranlasst.

GELDPOLITISCHE LAGEBEURTEILUNG DER SNB VOR DEM BREXIT-REFERENDUM

Die Schweizer Nationalbank (SNB) dürfte bei der heutige Geldpolitische Lagebeurteilung erneut betonten, dass sie bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv sein werde, so die Erwartung der Commerzbank. Und bereits nächste Woche könne dies auch schon der Fall sein. Denn das Währungspaar EUR/CHF sei mit Blick auf das Brexit-Referendum seit Anfang Juni bereits von 1,11 auf 1,08 CHF gefallen. Die jüngsten Daten zu den Sichteinlagen der SNB sprächen allerdings nicht dafür, dass sich die SNB zuletzt deutlich gegen die Frankenaufwertung gestemmt habe.

Möglicherweise habe die SNB so vermeiden wollen, sich zu stark gegen den Markt zu stellen, der das Risiko eines Brexits zunehmend einpreise und halte wohl ihr Pulver trocken, so die Experten der Commerzbank weiter. Denn käme der Brexit nächste Woche tatsächlich, würde sich der Franken sicherlich in einer ersten Reaktion als sicherer Hafen rasant aufwerten, was die SNB wohl zu einem forschen Eingreifen am Devisenmarkt zwingen würde. Sollte der Brexit hingegen nicht kommen, könne die SNB die zuvor gesparten Milliarden getrost dazu einsetzen den Euro behutsam in Richtung 1,10 zu schieben.

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(AWP)