Devisen: Euro legt zum Dollar weiter zu - Starker Franken

Der Euro hat am Donnerstag seine Kursgewinne gegenüber dem Dollar vom Vortag moderat ausgebaut. Am frühen Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1161 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen.
16.01.2020 13:33

Die seit Tagen andauernde Frankenstärke hat sich derweil akzentuiert. Der EUR/CHF-Kurs sackte am Vormittag auf ein neues Mehrjahrestief bei 1,0733 ab; aktuell notiert er bei 1,0745. Ähnlich war die Entwicklung beim Währungspaar USD/CHF, das bis auf 0,9622 abrutschte.

Händler erklären sich die aktuelle Frankenstärke primär mit Spekulationen gegen die Nationalbank: Weil die USA die Schweiz als möglichen Währungsmanipulator sehen, seien dieser zunehmend die Hände gebunden, lautet die These dazu.

Für die Ökonomen der UBS kam es daher auch wenig überraschend, dass der Franken nach der Veröffentlichung des entsprechenden Berichts zugelegt hat. "Wir denken, dass der Kurs durchaus noch tiefer bis auf 1,05 fallen kann", meinen sie. Die längerfristige Prognose laute aber weiterhin auf 1,10.

Die leichten Kursgewinne des Euro zum Dollar wurden am Markt mit der etwas schwächeren US-Währung erklärt. Ansonsten blieben Impulse mangels entscheidender Konjunkturdaten rar. Daten zur Preisentwicklung in Deutschland blieben am Devisenmarkt weitgehend unberücksichtigt. Im Dezember lag die Inflationsrate laut einer zweiten Schätzung bei 1,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit eine erste Erhebung.

Türkische Lira im Plus

Spürbare Gewinne verbuchte die türkische Lira. Zwar reduzierte die Notenbank des Landes ihren Leitzins, was für sich genommen für eine schwächere Lira spricht. Allerdings war der Schritt erwartet worden. Einige Marktteilnehmer hatten vermutlich mit einer noch deutlicheren Zinssenkung gerechnet. Die Notenbank reduzierte ihren Leitzins um 0,75 Punkte auf 11,25 Prozent. Der Schritt folgt auf eine starke Reduzierung im vergangenen Jahr um insgesamt 12 Prozentpunkte. Hintergrund waren eine fallende Inflation und ein Abebben der Lira-Krise.

Im Nachmittagshandel rücken zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA in den Mittelpunkt des Interesses. Besonderes Augenmerk dürften Marktteilnehmer auf monatliche Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel werfen. Die Daten sind ein Gradmesser für die Konsumfreude der Verbraucher, die wichtig für die US-Wirtschaft ist.

Darüber hinaus dürfte am Abend auch die Geldpolitik in der Eurozone stärker beachtet werden. Von EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird im Rahmen eines öffentlichen Empfangs in Frankfurt eine Rede erwartet. Ausserdem veröffentlicht die EZB die schriftliche Zusammenfassung ihrer Zinssitzung von Dezember. Es war die erste unter Lagardes Leitung.

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(AWP)

 

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